DIE 18 VORLUTHERISCHEN BIBELN - ONLINE

In Deutschland wurde der Buchdruck mit beweglichen Buchstaben erfunden. Damit konnte die Bibel schneller und preiswerter produziert werden. Deutschland entwickelte sich zum „Land der Bücher“ und zum weltweit wichtigsten Land zur Verbreitung des Wortes Gottes (des Evangeliums) in diversen Sprachen. Von hier aus wurden technische Herstellungs-Geräte (Druckerpressen) nach ganz Europa exportiert. Das erste gedruckte Buch der Welt war die Gutenberg-Bibel von 1452-54 mit dem Text der lateinischen Vulgata. Aber der Durst nach dem Verständnis des Wortes Gottes wurde immer größer. Daher entstanden zahlreiche Übersetzungen in die damals aus vielen Dialekten bestehende deutsche Sprache. Als Grundlage diente die Vulgata, da der griechische Grundtext noch nicht oder nur unvollständig zur Verfügung stand.       (English translation at the end of this website)

 

Es gab bereits vor Martin Luther 18 gedruckte katholische Bibelübersetzungen, die später als sogenannte „vor-lutherische Bibeln“ (oder vor-reformatorische Bibeln) klassifiziert wurden. Sie wurden zwischen 1466 bis 1522 veröffentlicht. Davon waren 14 hochdeutsche und 4 niederdeutsche Ausgaben. Die Mentelin-Bibel 1466 war die erste deutsche Übersetzung in gedruckter Form. Sie war gleichzeitig die erste gedruckte Bibel der Welt, die in einer Landessprache verfasst wurde. Es folgten die Eggestein-Bibel 1470, Pflanzmann-Bibel 1475, Zainer-Bibel 1475 und 1477, Sensenschmidt-Bibel 1476-78, Sorg-Bibel 1477 und 1480, Kölner Bibeln 1478/79 (jeweils in Niedersächsisch und Niederrheinisch), Koberger-Bibel 1483, Grüninger-Bibel 1485, Schönsperger-Bibel 1487 und 1490, Lübecker-Bibel 1494 (Niedersächsisch), Otmar-Bibel 1507 und 1518 sowie die Halberstädter-Bibel 1522 (Niedersächsisch). Somit kam etwa jedes dritte Jahr eine neue Bibelübersetzung heraus. Das Münchner Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) hat die Mentelin-Bibel und die anderen sehr wertvollen vor-lutherischen Bibeln als Faksimile veröffentlicht, die für private Zwecke kostenlos als PDF heruntergeladen werden dürfen. Die Württembergische Landes-Bibliothek Stuttgart (WLB) ist die einzige Bibliothek der Welt, die alle 18 vor-lutherischen Bibeln ihr in ihrem Bestand hat. Da es zu damaliger Zeit keine verbindliche Rechtschreibung und viele deutsche Dialekte gab, sind die unterschiedlichen Schreibweisen für ein und das selbe Wort z.B. Sabbat (samstag, samsstag, sampstag, sambstag, sambsstag, Sabat, sabat, sabbat, sabbath...) selbst in der gleichen Bibel zu erklären. Mentelin hat den Rüsttag korrekt als "Bereitung" benannt. In anderen Übersetzungen (z.B. Zainer 1477) wird der Rüsttag in Mt 27,62 und Joh 19,14.31.42 entsprechend der Kirchenlehre als Kar-Freitag (carfreitag) bezeichnet, da die Christen nicht wussten, was ein "großer Sabbat" (Fest-Sabbat) ist und ihnen war nicht bekannt, dass es jedes Jahr mehrere Sabbate innerhalb einer Passa-Woche gibt.

 

Die katholische Kirche hat zunächst die deutschen Übersetzungen toleriert, diese meisten (insbesondere die neuen) wurden jedoch schon bald komplett verboten und einige Übersetzer wurden grausam verfolgt. Nur die lateinische Vulgata war weiterhin erlaubt. Da jedoch nur gebildete Menschen Lateinisch verstanden, und somit auf die Auslegung durch die Kirche angewiesen waren, blieb den meisten Menschen die Kenntnis des Wortes Gottes verwehrt. Dagegen haben sich einige mutige Menschen wie Martin Luther gestellt, die dafür kämpften, dass jeder Mensch die Bibel in seiner eigenen Sprache lesen kann. Das Wirken Luthers diente als Ansporn dazu, auch in anderen Ländern das Evangelium in der Landessprache zu verbreiten.

Die 18 vorlutherischen Bibeln

Es gab 18 vorlutherische Bibeln. Davon waren 14 im hochdeutschen und 4 Bibeln im niederdeutschen Dialekt verfasst (siehe Wikipedia).

English: There were 18 pre-Lutheran Bibles. Of these, 14 were written in High German and 4 in Low German. Translation of the words in the table below: Jahr=year, Druckort=printing place, Drucker=Printer, Zählung=Counting, Niederrheinisch and Niedersächsisch=Low German (Lower Rhine and a Lower Saxony edition) (see Wikipedia).

Vorlutherische Bibel, Bibeln vor Luther
Die 18 vor-lutherischen Bibeln (Quelle: verändert nach Wikipedia)

Mentelin-Bibel 1466

Ab 1466 begann eine neue Epoche in der Geschichte der Bibelübersetzungen, als der bischöfliche Notar und Buchdrucker Johannes Mentelin (Johann Mentel; *1410, †1478; Wikipedia) aus Straßburg die erste gedruckte Bibel (AT und NT) in deutscher Sprache veröffentlichte. Es war damit auch die weltweit erste gedruckte Bibel in einer Volkssprache überhaupt, was ihren besonderen Wert bis heute hervorhebt. Es war eine reine Text-Bibel ohne Abbildungen. Diese katholische (!) Bibel wurde zunächst noch ohne die später eingeführte Verszählung gedruckt. Die einzelnen Bibelstellen sind daher nicht immer einfach zu finden. "Mentelin wählte als Druckvorlage einen heute verloren gegangenen Text des 14. Jahrhunderts aus dem Nürnberger Raum. Als Druckschrift verwendete er eine kleine rundgotische Schrift, die sehr gefällig zu lesen und so platzsparend war, dass seine deutsche Bibel nur 427 Blätter enthielt. Obwohl die Auflage selbst für die damalige Zeit sehr gering war, sind noch mehr als 30 Exemplare bekannt" (Quelle: Link). Der Text erinnert auch an dem Codex Teplensis 1390. Es ist nicht bekannt, dass der Straßburger Bischof mit dieser Bibel jemals ein Problem hatte. Ganz im Gegenteil, denn nach seinem Tode im Jahre 1480, wurde Mentelins Leichnam feierlich in das Straßburger Münster überführt. Strassburg war eine bedeutende und reiche deutsche Stadt, deren Münsterturm von 1647 bis 1874 das höchste Bauwerk der gesamten Christenheit war. Die Stadt war auch Zentrum der Buchproduktion.

Mentelin-Bibel (Wikipedia)

Faksimiles:

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin (BSB-Katalog -> Rar. 285; BSB-Ink B-482 - GW 4295)

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin (WDL),      Link 2 Scan

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin, 2 Bände (ÖNB, INK: Ink 3.C.6),      Link 2 

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin [Uni München, Cim. 56 (= 2 Inc.germ. 2)],     PDF (1 GB)

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin [Uni München, Cim. 56a (= 2 Inc.germ. 2a)],     PDF (1 GB)

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin, William H. Scheide Library (WHS). SC4.3.2 (Pinceton University Library)

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin (Archive) 

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg, Bibliothèque nationale de France, A-377 (1)  

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg, Bibliothèque nationale de France, A-377 (2) 

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: J. Mentelin (Uni Erlangen-Nürnberg, H62/INC 30),      Link 2 Bavaricon

1466  Mentelin-Bibel, Nachdruck 1904, Tübingen (Archive): Bd.1 (Evangelien)Bd.2Bd.3Bd.3,  Bd.4Bd.4,  Bd.5

1466  Mentelin-Bibel, Straßburg: Mentelin-Bibel-Wikipedia,  Johannes Mentelin-WikipediaDeutsche Biographie

1466-1471 Handschrift der Mentelin-Bibel, westmittelfränkisch (Universitätsbibliothek Freiburg, Hs. 22a)

English: Mentelin Bible 1466. From 1466 a new epoch in the history of Bible translations began when the episcopal notary and printer Johannes Mentelin (Johann Mentel; *1410, †1478; Wikipedia) from Strasbourg (Straßburg belonged to Germany at that time, today it is in France) published the first printed Bible (OT and NT) in German. It was thus also the first Bible worldwide to be printed in a vernacular language, which emphasizes its special value to this day. It was a pure text Bible without illustrations. This Catholic (!) Bible was first printed without the later introduced counting of the verses in the Bible. The individual biblical passages are therefore not always easy to find. "Mentelin chose a lost text of the 14th century from the Nuremberg area as a print template. He used a small round-gothic script as a printed medium, which was very pleasing to read and so space-saving that his German Bible contained only 427 leaves. Although the edition was very small even for that time, more than 30 copies are still known" (Source: Link). The text also recalls the Codex Teplensis 1390. It is not known that the Strasbourg bishop ever had a problem with this Bible. On the contrary, because after his death in 1480, Mentelin's body was solemnly transferred to Strasbourg Cathedral. Strasbourg was an important and rich German city, whose cathedral tower from 1647 to 1874 was the highest building of the entire Christianity. The city was also the centre of book production. Info: Mentelin Bible (Wikipedia)

Eggestein-Bibel 1470

Der Straßburger Buchdrucker Heinrich Eggestein (*1415/20, †1488; Wikipedia) veröffentlichte etwa um 1470 in Straßburg die zweite deutsche gedruckte Bibel, die dem Text der Mentelin-Bibel sehr nahe stand. 

Faksimiles:

1470  Eggestein-Bibel, Straßburg: Heinrich Eggestein (BSB-Katalog -> Rar. 285 k)

1470  Eggestein-Bibel, Straßburg: Heinrich Eggestein [Uni München, Cim. 55 (= 2 Inc.germ. 1)],    PDF (1 GB)

1470  Eggestein-Bibel, Straßburg: H.Eggestein (ÖNB, Ink 3.B.7 ALT INK),         Link 2 

1470  Eggestein-Bibel, Straßburg: Heinrich Eggestein (Biblioteka Cyfrowa),    Link 2  

1470  Eggestein-Bibel, Straßburg: H.Eggestein-Neue Deutsche Biographie

English: Eggestein Bible 1470. The Strasbourg printer Heinrich Eggestein (*1415/20, †1488; Wikipedia) published around 1470 in Strasbourg the second German printed Bible, which was very close to the text of the Mentelin Bible 1466.

Zainer-Bibel 1475 und 1477

Der Buchdrucker Günther Zainer (†1478; Wikipedia) aus Augsburg erstellte im Auftrag der katholischen Kirche zahlreiche Schriften. Seine bedeutendste Veröffentlichung war die gedruckte Bibel in deutscher Sprache, die 1475/76 (4. deutsche Bibel) und 1477 (zweite Ausgabe; 6. deutsche Bibel) erschien. Zainer hielt seine Ausgabe für die bis dahin beste und bemerkt in einem Schlusssatz: „Dieses durchleuchtigste Werk der ganzen heiligen Schrift, genannt die Bibel, vor allen anderen vorher gedruckten Bibeln lauterer, klarer und wahrer, nach rechtem allgemeinen Deutsch dann gedruckt, hat hier ein Ende.“ Das war allerdings eine falsche Selbsteinschätzung, denn diese Bibel war zwar in ein besseres Deutsch verfasst worden, enthielt inhaltlich aber wesentliche Ungenauigkeiten. Da einige andere Buchdrucker die Bibel Zainers (und nicht die Vulgata) als Grundlage benutzten, haben sie zwangsläufig seine Fehler in ihre eigenen Druckausgaben übernommen. Historiker weisen darauf hin, dass Zainer und seinem Übersetzer offenbar eine schlechte lateinische Übersetzung als Grundlage diente, ein Problem, das auch andere Theologen hatten, die alle nicht über die griechischen Originaltexte verfügten. Von Zainer stammte auch der erste gedruckte Kalender.  Günther Zainer (Wikipedia)

Faksimiles:

1475  Zainer-Bibel, Band 1, AT, Augsburg (Augspurg): Günther Zainer (BSB-Katalog -> 2 Inc.s.a. 194-1)

1475  Zainer-Bibel, Band 2, NT, Augsburg Augspurg): Günther Zainer (BSB-Katalog -> 2 Inc.s.a. 194-2)

1475  Zainer-Bibel, Augsburg Augspurg): Günther Zainer (WLB Stuttgart, Bb deutsch 147504)

1475  Zainer-Bibel, Augsburg: Günther Zainer (Library of Congress, Rosenwald 58),     Link 2

1474-75  Zainer-Bibel, Augsburg Augspurg): Günther Zainer (Biblioteca Apostolica Vaticana, Stamp.Ross.1190)

1476  Zainer-Bibel, Band 1-2, Augsburg Augspurg): Günther Zainer (ÖNB, Ink 25.B.19),      Link 2  

1477  Zainer-Bibel, Band 1, AT, Augsburg (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 579 a-1)

1477  Zainer-Bibel, Band 2, NT, Augsburg (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 579 a-2)

1477  Zainer-Bibel, Band 2, NT, Augsburg (WLB Stuttgart, Bb deutsch 147701-1),     Link 2

1477  Zainer-Bibel, Band 2, NT, Augsburg (WLB Stuttgart, Bb deutsch 147701-2),     Link 2

1477  Zainer-Bibel, Band 1-2, Augsburg (ÖNB, Ink 6.C.5 ALT INK),     Link 2 

English: Zainer Bible 1475 and 1477. The book printer Günter Zainer (†1478; Wikipedia) from Augsburg produced numerous writings on behalf of the Catholic Church. His most important publication was the printed Bible in German, published in 1475/76 (4th German Bible) and 1477 (second edition; 6th printed German Bible). Zainer considered his edition to be the best to date. This, however, was a false self-assessment, because this Bible had been written in a better German, but contained substantial inaccuracies.  Since some other book printers used the Bible of Zainer (and not the Vulgate) as a basis, they inevitably adopted his mistakes in their own printed editions. Historians point out that Zainer and his translator obviously used a poor Latin translation as a basis, a problem other theologians also had, all of whom did not have the original Greek texts. Zainer also produced the first printed calendar. 

Pflanzmann-Bibel 1475

Der katholische Jurist Jodocus Pflanzmann (*1430, †1498?) druckte in Augsburg eine weitere deutsche Bibel.

Faksimiles:

1475  Pflanzmann-Bibel, Augsburg: Jodocus Pflanzmann (BSB-Katalog -> Rar. 286)

1475  Pflanzmann-Bibel, Augsburg: Jodocus Pflanzmann (ERARA, Hain 3131; GW 4297) 

1475  Pflanzmann-Bibel, Augsburg: Jodocus Pflanzmann (ÖNB,INK 29-28 ALT INK),     Link 2 

1475  Pflanzmann-Bibel, Augsburg: Jodocus Pflanzmann (Library of Congress, Incun. X. B553, 65058974)

English: Pflanzmann Bible 1475. The Catholic lawyer Jodocus Pflanzmann (*1430, †1498?) printed another German Bible in Augsburg.

Sensenschmidt-Bibel 1476-78

Der aus Eger (Böhmen) stammende Buchdrucker Johann Sensenschmidt (†1491) gab zwischen 1476 und 1478 in Nürnberg die 5. deutsche Bibel heraus, die an die Ausgabe von Zainer erinnert. 

Faksimiles: 

1476-78  Sensenschmidt-Bibel, Band 1, Nürnberg: Johann Sensenschmidt (BSB-Katalog -> 2 Inc.s.a. 193 a-1)

1476-78  Sensenschmidt-Bibel, Band 2, Nürnberg: Johann Sensenschmidt (BSB-Katalog -> 2 Inc.s.a. 193 a-2)

1476-78  Sensenschmidt-Bibel, Nürnberg: Johann Sensenschmidt (Uni Darmstadt)

1476-78  Sensenschmidt-Bibel, Nürnberg: Johann Sensenschmidt (ÖNB, Ink 21.B.10 ALT INK),     Link 2 

1476-78  Sensenschmidt-Bibel, Nürnberg: Johann Sensenschmidt (Biblioteka-Elblaska, Polen, Inc.IV.7)

English: Sensenschmidt Bible 1476-78. The printer Johann Sensenschmidt (†1491) from Eger (Bohemia) published between 1476 and 1478 in Nuremberg the 5th German Bible, which reminds of the edition of Zainer. 

Sorg-Bibel 1477 und 1480

Koberger-Bibel 1483

Anton Koberger (*1440, †1513; Wikipedia) war ein frommer Katholik und ein sehr geachteter Ratsbürger von Nürnberg. Er gründete eine Groß-Druckerei mit etwa 100 Beschäftigten und verkaufte seine Werke in ganz Europa. Im Juni 1478 wurde Koberger eine besondere Ehre zuteil, als er von Papst Sixtus IV. die Mitgliedschaft in der Heiliggeist-Bruderschaft in Rom erhielt. Erwähnenswert ist seine in Nürnberg gedruckte und besonders schön ausgeschmückte zweibändige Bibel in deutscher Sprache. Sie war die 9. deutsche Bibel. Es wurden 1.500 Exemplare produziert, von denen bis heute noch etwa 150 erhalten geblieben sind. Nach seinem Tode wurde Koberger von der katholischen Kirche geehrt und in einem Dominikanerkloster begraben. Die bis heute berühmteste Druckschrift aus Anton Kobergers Nürnberger Druckerei ist Hartmann Schedels Weltchronik 1492-1493 (Fotos und Links), das umfangreichste bebilderte Werk der gesamten Inkunabelzeit.  Anton Koberger (Wikipedia)

Faksimiles:

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger (BSB-Katalog -> Rar. 288)

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 2 (Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, Inc 81)

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 2 (Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, Inc 82)

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 1 (Uni Freiburg, Ink. 2° L 2239-1)

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 2 (Uni Freiburg, Ink. 2° L 2239-2) 

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 1 (BSB, Coburg, Landesbibliothek -- Inc Cas 4(1); GW 4303) 

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 2 (BSB, Coburg, Landesbibliothek -- Inc Cas 4(2); GW 4303) 

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger, Band 1 (Bavarikon; Inc Cas 4(1),       Band 2 

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger (Vatican Library, Inc.II.985; Stamp.Ross.293-294),    Link 2NT 

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger (ÖNB, Ink 25.A.9),     Link 2

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger (ÖNB, Ink 30-30 + Ink 30-31),    Link 2 

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger (ÖNB, Ink 5.B.10),    Link 2 

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger (ÖNB, Ink 30-34 + Ink 30-35),    Link 2 

1483  Koberger-Bibel, 2 Bände, Nürnberg, Anton Koberger  (ThULB Jena, OPAC: 146469305)Band 1Band 2

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger (UB Heidelberg),     Link 2

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger (World Digital Library),    Link 2

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger (Rosenwald 93, Library of Congress, Incun. 1483 .B54, 48036903)

1483  Koberger-Bibel, Nürnberg: Anton Koberger (FIDES Digital Library)

English: Koberger Bible 1483. Anton Koberger (*1440, †1513; Wikipedia) was a devout Catholic and a very respected council citizen of Nuremberg. He founded a large printing company with about 100 employees and sold his works all over Europe. In June 1478 Koberger received a special honour when Pope Sixtus IV granted him membership of the Holy Spirit Brotherhood in Rome. Worth mentioning is his two-volume Bible in German, printed in Nuremberg and beautifully decorated. It was the 9th German Bible. 1,500 copies were produced, of which about 150 have survived to this day. After his death, Koberger was honoured by the Catholic Church and buried in a Dominican monastery. Kobergers most celebrated project is the so-called Nuremberg Chronicle (Schedel) of 1492-1493, or Liber Chronicarum, probably the most extensively illustrated edition of the incunabula period, c. 1450 – 1500. 

Grüninger-Bibel 1485

Johann Grüninger (*1455, †1533, Wikipedia)) druckte in Straßburg über 300 bedeutende Werke, womit er Weltruhm erlangte. Er distanzierte sich zwar von der Reformation, druckte jedoch Schriften sowohl für als auch gegen Luther. Von Bedeutung war die 10. deutsche Bibel, die er zum ersten Mal in einem preiswerten handlichen Format herausgegeben wurde und somit auch zur persönlichen Lektüre geeignet war. Es war die weltweit erste echte Hausbibel. 

Faksimiles:

1485  Grüninger-Bibel, Band 1, AT, Straßburg: Johann Grüninger (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 1555-1)

1485  Grüninger-Bibel, Band 2, NT, Straßburg: Johann Grüninger (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 1555-2)

1485  Grüninger-Bibel, Band 1-2, Straßburg: Johann Grüninger (ÖNB, Ink 14.D.10),       Link 2 

1485  Grüninger-Bibel, Straßburg: Johann Grüninger (Bodleian Library, Bib. Germ. 1485 d.1)

1485  Grüninger-Bibel, Band 1, AT, Straßburg: Johann Grüninger (kramerius.cbvk.cz, 2NH 5)

English: Gruninger Bible 1485. Johann Grüninger (*1455, †1533; Wikipedia) printed over 300 important works in Strasbourg, with which he achieved world fame. Although he distanced himself from the Reformation, he printed writings both for and against Luther. Of importance was the 10th German Bible, which he published for the first time in an inexpensive handy format and was therefore also suitable for personal reading. It was the world's first genuine house Bible. 

Schönsperger-Bibel 1487 und 1490

Johann Schönsperger (*1455; †1521; Wikipedia) war Hofbuchdrucker für Kaiser Maximilian I. Er veröffentlichte offizielle kirchliche und auch weltliche Werke. Wegen des großen Erfolges im Verkauf der Grüninger-Bibel, benutzte auch Schönsperger für seine beiden in Augsburg gedruckten Bibeln von 1487 und 1490 (die 11. und die 12. deutsche Bibel) das neue handliche und preisgünstige Format. 

Faksimiles:

1487  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Johann Schönsperger (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 1880)

1487  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Johann Schönsperger (Bodleian Library Auct. V 3.13; Bod-inc. B-332) 

1487  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Johann Schönsperger (ÖNB, Ink 17.D.1),     Link 2 

1490  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Hannsen Schösperger (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 2386-1)Link 2Link 3

1490  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Hannsen Schösperger (BSB-Katalog -> 2 Inc.c.a. 2386-2)

1490  Schönsperger-Bibel, Augsburg: Johann Schönsperger  (ÖNB - Digitales Objekt: INK: Ink 11.F.39),     Link 2 

English: Schonsperger Bibles 1487 and 1490. Johann Schönsperger (*1455; †1521; Wikipedia) was court book printer for Emperor Maximilian I. He published official church and secular works. Because of the great success in selling the Grüninger Bible, Schönsperger also used the new handy and inexpensive format for his two bibles printed in Augsburg in 1487 and 1490 (the 11th and the 12th printed German Bible). 

Otmar-Bibel 1507 und 1518

Während die ersten 12. Bibeln nahezu zur gleichen Zeit heraus kamen, dauerte es 17 Jahre bis 1507 die 13. deutsche Bibel im Augsburg von Johann Otmar (†1514-1517; Wikipedia) gedruckt wurde. Die Illustrationen wurden von Schönspergers ersten Druck übernommen. Silvan Otmar (Sylvan Otmar; †1540), fertigte 1518 in Augsburg einen Nachdruck der Bibel seines Vaters in zwei Bänden an. Es war die 14. und damit die letzte der ober- (bzw. hoch-) deutschen vor-lutherischen Bibeln.

Faksimiles:

1507  Otmar-Bibel, Biblia Germanice, "Bibel teutsch", Band 2, Augsburg: Hans Otmar (ÖNB, VD16 B 2675),    Link 2 

1507  Otmar-Bibel, Biblia Germanice, "Bibel teutsch", Band 2, Augsburg (Augspurg): Hans Otmar (Google Books)

1518  Otmar-Bibel, Augsburg: Silvan Otmar (THULB Jena, VD16 B 2676):   Band 1 AT,   Band 2 NT

1518  Otmar-Bibel, 2 Bände, Augsburg: Silvan Otmar (ÖNB, 4.E.22.),     Link 2 

1518  Otmar-Bibel, Band 1, AT, Augsburg: Silvan Otmar (Google Books)

1518  Otmar-Bibel, Band 2, NT, Augsburg: Silvan Otmar (Google Books)

English: Otmar Bible 1507 and 1518. While the first 12th printed Bibles came out almost at the same time, it took 17 years for the 13th German Bible to be printed in Augsburg by Johann Otmar (†1514-1517; Wikipedia) in 1507. The illustrations were taken from Schönsperger's first print. Silvan Otmar (Sylvan Otmar; †1540), produced a reprint of his father's Bible in two volumes in Augsburg in 1518. It was the 14th and thus the last of the Upper (or High) German pre-Lutheran Bible. 


Die 4 niederdeutschen Bibeln vor Luther 1478-1522

Die bisher genannten 14. deutschen vor-lutherischen Bibeln wurden im Oberdeutsch gedruckt. Es kamen noch die 4 niederdeutschen Übersetzungen hinzu, welche in Köln (2 Bibeln, 1478/79), Lübeck (1494) und Halberstadt (1522) erstellt wurden. "Obwohl in Köln die Zensur sehr streng war, fand sich ein Konsortium bestehend aus Heinrich Quentell, Bartholomäus von Unckel und Anton Koberger zusammen, um eine deutsche Bibel für den niederdeutschen Raum zu schaffen. Der Auftraggeber und eigentliche Drucker blieben dagegen anonym. Die Kölner Bibel musste zwei Regionen mit deutlich unterschiedlichen Dialekten bedienen. Es ließ sich nur so lösen, dass man eine niederrheinische und eine niedersächsische Ausgabe schuf, um den Absatz der Bibeln nicht zu gefährden. Daher spricht man von den Kölner Bibeln (1478/79). Sie fielen durch ihren Buchschmuck auf und wurden Grundlage vieler weiterer Bibeln... Die Lübecker und die Halberstädter Bibel waren nur in Niedersächsisch erhältlich. (vgl. Wikipedia). Im Mittelalter waren die verschiedenen Varianten des Niederdeutschen unter der damaligen allgemeinen Bezeichnung „Sassisch” (=Sächsisch, Sassesch, Sessisch, lingua Saxonica) bekannt gewesen. Die niederdeutschen Bibeln orientieren sich in ihrem Text an die Zainer-Bibel und nicht an den ersten drei vor-lutherischen Bibeln und weniger an der Vulgata. 

 

English: The 4 Lower German Bibles before Luther apeared 1478-1522. The 14th German pre-Lutheran Bibles mentioned so far were printed in Upper German. The 4 Lower German translations were added, which were produced in Cologne (2 Bibles, 1478/79), Lübeck (1494) and Halberstadt (1522). Although censorship was very strict in Cologne, a consortium consisting of Heinrich Quentell, Bartholomew von Unckel and Anton Koberger came together to create a German Bible for Lower Germany. The client and the actual printer, however, remained anonymous. The Cologne Bible had to serve two regions with clearly different dialects. It could only be solved by creating a Lower Rhine and a Lower Saxony edition in order not to endanger the sales of the Bibles. This is why we speak of the Cologne Bibles (1478/79). They stood out due to their book decoration and became the basis of many other Bibles... The Lübeck and Halberstadt Bibles were only available in Lower Saxon. (cf. Wikipedia). In the Middle Ages, the various variants of Low German were known under the general name "Sassisch" (=Saxon, Sassesch, Sessisch, lingua Saxonica). The text of the Lower German Bibles is based on the Zainer Bible and not on the first 3 pre-Lutheran Bibles and not at the Vulgate.

Kölner Bibel 1478/79

Die Kölner Bibel von Heinrich Quentell musste zwei Sprachregionen mit unterschiedlichen Dialekten abdecken. Daher gab es zunächst eine niedersächsische und dann eine niederrheinische (bzw. niederländische) Ausgabe. Das einfachste Merkmal, diese beiden Versionen zu unterscheiden, ist das Bindewort und, welches in der ersten "unde" und in der zweiten Version "ende" (ausgesprochen wie das englische and = und) geschrieben wurde.  

Faksimiles der Kölner Bibel, 1478/79 Niederrheinisch und Niedersächsisch:

1478  Kölner-Bibel, AT, Köln durch Heinrich Quentell (Uni Köln, AD+BL594-1, 04307)

1478  Kölner-Bibel, Band 1, AT, Köln: Bartholomäus von Unckel und Heinrich Quentell (Uni Köln, WFI32-1)

1478  Kölner-Bibel, Band 2, NT, Köln: Bartholomäus von Unckel und Heinrich Quentell (Uni Köln, WFI32-2)

1478  Kölner Bibel, Köln, Bartholomäus von Unckel (HAAB Weimar, Inc 60)

1478  Kölner-Bibel, AT, Köln: Bartholomäus von Unckel und Heinrich Quentell (Archive)

1478  Kölner-Bibel, Köln: Bartholomäus von Unckel und H. Quentell (Uni Düsseldorf, GW 4308 ; ISTC ib00637000) 

1478  Kölner Bibel, Köln: Bartholomäus von Unckel für J. Helmann, A. Salmonster und A.Koberger (BSB -> Rar. 321)

1478  Kölner Bibel, Band 1, Köln: B.v. Unckel; Helmann; Koberger (Bibl. Apostol. Vaticana, Stamp.Ross.283),  Link 2

1478  Kölner Bibel, Band 2, Köln: B.v. Unckel; Helmann; Koberger (Bibl. Apostol. Vaticana, Stamp.Ross.284),  Link 2

1478  Kölner Bibel, Band 1, Köln: Bartholomäus von Unckel (ÖNB, Ink 22.A.6)Link 2

1478  Kölner Bibel, AT+NT, Köln: Heinrich Quentell (ÖNB, Ink 6.A.12)Link 2

1478/79  Kölner Bibel, Köln: Bartholomäus von Unckel für  J. Helmann, A.Salmonster, A.Koberger (BSB, Rar. 321)

English: Cologne Bible 1478/79. Heinrich Quentell's Cologne Bible had to cover two language regions with different dialects. Therefore, there was first a Lower Saxon and then a Lower Rhine edition. The simplest feature to distinguish these two versions is the binding word "and", which was written in the first "unde" and in the second version "ende" (pronounced like the English and). 

Lübecker Bibel 1494

Der Drucker Steffen Arndes (*1450, †1519; Wikipedia) produzierte die 3. niederdeutsche Bibel, welche im niedersächsischem Dialekt gedruckt wurde. Der Verfasser hat zwar auch die Vulgata und andere deutsche Bibeln als Textgrundlage benutzt, aber im Gegensatz zu allen anderen vorherigen vor-lutherischen Bibeln, hat er an vielen Stellen frei und sehr eigenmächtig übersetzt. Wikipedia

Faksimiles der Lübecker Bibel 1494 (Niedersächsisch):

1494  Lübecker-Bibel, Lübeck, Drucker: Steffen Arndes; Nicolaus de Lyra (BSB-Katalog -> Rar. 880)

1494  Lübecker-Bibel, Lübeck, Drucker: Steffen Arndes; Nicolaus de Lyra (Stadtbibliothek Lübeck, IK254a)

1494  Lübecker-Bibel, Lübeck, Drucker: Steffen Arndes; Nicolaus de Lyra (Uni Kiel)

1494  Lübecker-Bibel, Lübeck, Drucker: Stephanus Arndes (Bodleian, Auct. M 3.9, Bod-inc. B-334)

1494  Lübecker-Bibel, Lübeck, Drucker: Steffen Arndes, (Library of Congress, Rosenwald 168, 55003629)

1494  Lübecker Bibel, Lübeck, Drucker: Steffen Arndes (ÖNB, Ink 6.D.2)Link 2

English: Lübeck Bible 1494 (Wikipedia). The printer Steffen Arndes (*1450, †1519, Wikipedia) produced the 3rd Lower German Bible, which was printed in the dialect of Lower Saxony. The author also used the Vulgate and other German Bibles as a textual basis, but in contrast to all other previous pre-Lutheran Bibles, he translated freely and very arbitrarily in many places.

Halberstädter Bibel 1520-1522

Auf dem Titelblatt ist die Jahreszahl 1520 abgebildet, in einigen Katalogen erscheint dennoch die 1522. Die in Halberstadt von Lorenz Stuchs gedruckte Bibel „Biblia dudesch“ war die vierte niederdeutsche und damit die letzte katholische (vor-lutherische) Bibel vor der Reformation, da Luther bereits 1521 am NT gearbeitet hat. Stuchs Geldgeber war der stellvertretende Bürgermeister Ludwig Trutebul. Es ist teils eine selbständige Übersetzung, teils aus der Lübecker-Bibel (s.o.) kopiert. Die verwendeten Abbildungen (Holzschnitte) stammen fast alle aus der Kölner-Bibel.  

Faksimiles der Halberstädter Bibel 1522 (Niedersächsisch):

1522  Halberstädter Bibel, Band 1, AT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs (BSB-Katalog -> Rar. 2011-1)

1522  Halberstädter Bibel, Band 1, AT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs, "Biblia dudesch" (Google Books)

1522  Halberstädter Bibel, Band 2, NT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs (BSB-Katalog -> Rar. 2011-2)

1522  Halberstädter Bibel, Band 2, NT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs (Google Books)

1522  Halberstädter Bibel, Band 1, AT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs (Uni Münster, VD16 B 2839),   Link-2 

1522  Halberstädter Bibel, Band 2, NT, Halberstadt (Halberstad), Verlag: Stuchs (Uni Münster, VD16 B 2839) 

1522  Halberstädter Bibel, Band 1, AT, Halberstadt (Münster: Univ.- und Landesbibliothek) 

1522  Halberstädter Bibel, Band 2, NT, Halberstadt (Münster: Univ.- und Landesbibliothek)  

1522  Halberstädter Bibel, Band 1-2, Drucker Lorenz Stuchs (Athenaeumcollecties.nl, 29 A 4 KL) 

English: Halberstadt Bible 1522. The Bible "Biblia dudesch", printed in 1522 in Halberstadt by Lorenz Stuchs, was the 4th Low German Bible and thus the last Catholic (pre-Lutheran) Bible before the Reformation, since Luther had already worked on the NT in 1521. Stuchs donor was the deputy mayor Ludwig Trutebul. It is partly an independent translation, partly copied from the Lübeck Bible (see above). The illustrations used (woodcuts) are almost all from the Cologne Bible. 


Passio Domini - Geiler von Kaysersberg 1506-1509

Neben den oben genannten Bibeln wurde in Straßburg beim Verlag Grüninger auch eine kurze vom Prediger Johannes Geiler von Kaysersberg (*1445; †1510; Wikipedia) verfasste Zusammenfassung der Evangelien gedruckt. Es war die deutsche Übersetzung der beliebten lateinischen Ausgabe (Passio Domini nostri Jesu Christi), die ab 1506 in mehreren Auflagen mit Bildtafeln erschien (u.a. bei Johann Knobloch, einem Schüler vom Korrektor und Hrsg. Matthias Ringmann). Der lateinische Text wurde meist sehr genau ins Deutsche übertragen. Der Titel weist auf die Betonung der Leiden Jesu hin: "Passio der vier Ewangelisten. Nach dem ware[n] text des leidens Jesu christi mit etlichen besondren zusatze vnd schöne[n] figure[n] anfencklich des Herre[n] abscheid vo[n] seiner liebe[n] muter Marie vnd andre[n] glaubhafftige[n] dinge[n]".

Faksimiles:

1508  Geiler-Passio, Lateinisch, Straßburg (Uni Freiburg, VD16 B 4696)

1509  Geiler-Passio, Deutsch, Straßburg: Grüninger (WLB, Bb graph.150901),  Link2

English: Geiler Passio 1505-1509. In addition to the Bibles mentioned above, a short summary of the Gospels written by the preacher Johannes Geiler von Kaysersberg (*1445; †1510; Wikipedia) was also printed in Strasbourg by the publishing house Grüninger. It was the German translation of the popular Latin edition ("Passio Domini nostri Jesu Christi"), which appeared from 1506 in several editions with picture plates (among others by Johann Knobloch, a pupil of the corrector and editor Matthias Ringmann). The Latin text was mostly translated very precisely into German. The translated title refers to the emphasis on the sufferings of Jesus: "Passio of the four evangelists. According to the text of the Suffering of Jesus Christ with several special additions and beautiful figures, the Lord's farewell to his mother Mary and other believable things". 

Evangeliare und Evangelistare

Seit der Einführung der Druckerpresse und der zunehmend massenhaften Produktion von Bibeln, haben die kirchlichen Evangelistare zunehmend an Bedeutung verloren. 

Faksimiles:

1481  Evangelistar, Augsburg: Johann Schönsperger (Library of Congress, Rosenwald 81)

1506  Evangelistar, Dutenstein: Verlag: Wilhelm Schaffner (Staatsbibliothek zu Berlin, 4" Dy 9090, VD16 E 4447)

English: Since the introduction of the printing press and the increasing mass production of Bibles, the church Evangelistars have increasingly lost their importance. 


FACSIMILES OF THE 18 PRE-LUTHERAN BIBLES

Translation of the text at the beginning of the website: Letterpress with movable letters was invented in Germany. This made it possible to produce the Bible more quickly and cheaply. Germany developed into the "land of books" and the world's most important country for spreading the Word of God (the Gospel) in various languages. From here, technical production equipment (printing presses) was exported to the whole of Europe. The first printed book in the world was the Gutenberg Bible of 1452 with the text of the Latin Vulgate. But the thirst for an understanding of the Word of God became ever greater. This resulted in numerous translations into the German language, which at that time consisted of many dialects. The Vulgate served as the basis, since the Greek basic text was not yet available or only incompletely. 

 

There were already 18 Catholic Bible translations printed before Martin Luther, which were later classified as so-called "pre-Lutheran Bibles" (or pre-Reformation Bibles). They were published between 1466 and 1522. Of these, 14 were High German and 4 Low German editions. The Mentelin Bible (1466) was the first German translation in printed form. It was also the first printed Bible in the world to be written in a national language. This was followed by the Eggestein Bible (1470), Pflanzmann Bible (1475), Zainer Bible (1475 and 1477), Sensenschmidt Bible (1476-78), Sorg Bible (1477 and 1480), Cologne Bibles (1478/79, both in Lower Saxon and Lower Rhine German), Koberger Bible (1483), Grüninger Bible (1485), Schönsperger Bible (1487 and 1490), Lübecker Bible (1494, Lower Saxony), Otmar Bible (1507 and 1518) and Halberstädter Bible (1522, Lower Saxony). Thus every third year a new Bible translation was published. The Munich Digitisation Centre (MDZ) of the Bavarian State Library (BSB) has published the Mentelin Bible and the other very valuable pre-Lutheran Bibles as facsimiles, which can be downloaded free of charge as PDF files for private purposes (see links above). The Württembergische Landes-Bibliothek Stuttgart (WLB) is the only library in the world that holds all 18 pre-Lutheran Bibles.

 

Since at that time there was no obligatory spelling and many German dialects, the different spellings for one and the same word e.g. Sabbath or often Saturday (samstag, samsstag, sampstag, sambstag, sambsstag, Sabat, sabat, sabbat, sabbath...) appear even in the same Bible. Mentelin correctly named the preparation day "preparation". In other translations (e.g. Zainer 1477) the preparation day in Mt 27,62 and John 19,14.31.42 is called God Friday (German: Kar-Freitag, carfreitag) according to the church doctrine, since the Christians did not know what a "great Sabbath" (feast Sabbath) is and that there are several Sabbaths every year within a Passa week.

 

The Catholic Church initially tolerated German translations, but most of them (especially the new ones) were soon completely banned and some translators were cruelly persecuted. Only the Latin Vulgate was still allowed. However, since only educated people understood Latin and were therefore dependent on the interpretation of the Church, most people were denied the knowledge of the Word of God. Some courageous people, like Martin Luther, fought against this, so that everyone could read the Bible in their own language. Luther's work served as an incentive to spread the gospel in the national language in other countries as well.



 

 

 

 

 

 

 

 

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