DEUTSCHE BIBEL-HANDSCHRIFTEN - ONLINE

Die älteste germanische Bibel ist die Goten-Bibel (Wulfila 380). Ab 800 n. Chr. entstanden mehrere deutschsprachige Übersetzungen, die von Mönchen oder speziell ausgebildeten Bibelmalern mühsam in Handarbeit hergestellt wurden. Bevor Amerika überhaupt entdeckt wurde (1492), gab es bereits etwa 150 deutsche Bibelübersetzungen, von denen noch einige erhalten geblieben sind. Diese Handschriften sind von unschätzbaren Wert, sie zeigen, wie die Vulgata übersetzt wurde. Die erste gedruckte Bibel wurde zwischen 1452 bis 1454 von Johannes Gutenberg aus Mainz erstellt. 

English: GERMAN BIBLE MANUSCRIPTS. The oldest Germanic Bible is the Gothic Bible (Wulfila 380 A.D.). From 800 A.D. onwards, several German translations were produced by monks or specially trained Bible painters who laboriously worked by hand. Before America was even discovered (1492), there were already about 150 German Bible translations, some have survived to this day. These manuscripts are invaluable, they show how the Vulgate was translated. The first printed Bible was produced between 1452 and 1454 by Johannes Gutenberg from Mainz (Germany). 

Monsee Fragmente ca. 800 n. Chr.

Im Benediktinerkloster Mondsee (oder Monsee; Wikipedia) bei Salzburg entstand um 800 n.Chr. unter Erzbischof Hildebrand von Köln, dem Abt des Klosters, die bisher älteste noch erhaltene deutsche Übersetzung des Matthäus-Evangeliums ("Monseer Matthäus"). Sie wurde zweispaltig verfasst und enthält links den Vulgatatext und rechts die Übersetzung in fränkisch-bairischer (althochdeutscher, altbairischer) Mundart. Die Mondseer Fragmente (Wikipedia) sind leider nicht komplett erhalten geblieben, es fehlen u. a. die ersten Verse von Mt 28, die als verschollen gelten (vgl. Info bei Wikipedia):

Faksimile:

800    Monsee-Mt (ÖNB, Cod. 3093* HAN MAG)Link 2

800    Monsee-Mt (Uni Frankfurt, TITUS Project)

800    Monsee-Mt (Handschriftencensus)

1890  Monsee-Mt, "The Monsee fragments" by George Allison Hench (Archive)

1890  Monsee-Mt, "The Monsee fragments" by George Allison Hench (Archive-2)    

1890  Monsee-Mt, "The Monsee fragments" by George Allison Hench, Text with notes (Archive) 

Braune, Wilhelm: "Althochdeutsches Lesebuch", darin: "Aus den Monsee-Wiener Fragmenten (bairische Abschritt eines rheinfränkischen Originals" (ab s. 20), Halle: Niemeyer:

1911  Monsee-Mt, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 38 fh)Link 2

1921  Monsee-Mt, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 416 c)Link 2

English: Monsee fragments or Monsee Matthew ca. 800 A.D. In the Benedictine monastery Monsee (or Mondsee; Wikipedia) near Salzburg, under Archbishop Hildebrand of Cologne, the abbot of the monastery, the oldest preserved German translation of the gospel of Matthew ("Monseer Matthäus") was written around 800 AD. It was produced in two columns and contains the Vulgate text on the left and the translation into Franconian-Bavarian (Old High German, Old Bavarian) dialect on the right. The fragments of Monsee (Wikipedia) are unfortunately not completely preserved, among others the first verses of Mt 28 are missing.

Evangelienharmonie des Tatian 830 n.Chr.

Die bekannteste Evangelienharmonie der Antike, das Diatessaron (griech. „aus vier“) wurde um 170 n.Chr. in Griechisch (oder Syrisch?) von Tatian (Tatianus; †170; Wikipedia) verfasst. Er war ein Schüler des Justin des Märtyrers (*um 100, †165 in Rom), der ihm zum Christentum bekehrte. Wegen weiterer für die Kirche als ketzerisch eingestuften Schriften des Tatian, ließ der syrische Bischof Theodoret um 400 n.Chr. alle Exemplare des Diatessaron konfiszieren und vernichten. Aber es sind immerhin noch einige Übersetzungen in andere Sprachen erhalten geblieben. Um 544 n.Chr. erschien es in lateinischer, aber stark veränderter Ausgabe von Viktor von Capua. Diese wurde ihrerseits um das Jahr 830 im Kloster Fulda ins Althochdeutsche übersetzt und wurde deshalb „Althochdeutscher Tatian“ (Wikipedia) genannt. Das Leben Jesu wurde aus den Evangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie der Apostelgeschichte zu einem fortlaufenden Text zusammengestellt. Dies ist die älteste deutsche Evangelienharmonie und daher von besonderer nationaler Bedeutung. Es war außerdem die Grundlage der althochdeutschen Grammatik. Ziel dieses kostbaren Buches war es, die Missionierungs-Absichten der christlichen Herrscher des Abendlandes zu unterstützen. Links zeigt sich der lateinische Text, rechts die althochdeutsche Übersetzung in der gleichen Zeilen- und Wortfolge. Es ist vorwiegend eine sehr gute Wort-für-Wort-Übersetzung, die den Text der Vulgata korrekt wiedergibt. 

Faksimiles:

830  Tatian, Fulda (e-codices, Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. Sang. 56)Link 2Link 3

830  Tatian, Fulda (Uni Frankfurt, TITUS Project)

830  Tatian, Info im Handschriftencensus

Eduard Sievers (Autor): "Untersuchungen über Tatian", Halle: Buchdruckerei des Waisenhauses:

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (BSB, L.germ. 443 z)Link 2

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (Google Books)

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (Archive)

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (Google Books)

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (Archive)

1870  Tatian, Eduard Sievers, "Untersuchungen über Tatian", Halle (Google Books)

Eduard Sievers (Autor): "Tatian: Lateinisch und altdeutsch mit ausführlichem Glossar", Band 5 von Bibliothek der ältesten deutschen Literatur-Denkmäler, Herausgeber: Ferdinand Schöningh:

1872  Tatian, Eduard Sievers (BSB, P.o.germ. 118 i-5)Link 2

1872  Tatian, Eduard Sievers (Google Books)

1872  Tatian, Eduard Sievers (Archive)

1872  Tatian, Eduard Sievers (Archive-2)

1872  Tatian, Eduard Sievers (Google Books)

1872  Tatian, Eduard Sievers (Archive)

1872  Tatian, Eduard Sievers (Google Books-2)

1892  Tatian, Eduard Sievers (Archive)

1892  Tatian, Eduard Sievers (Archive-2) 

1892  Tatian, Eduard Sievers (Archive-3) 

1892  Tatian, Eduard Sievers (Archive-4)

1892  Tatian, Eduard Sievers (Archive-5)

1892  Tatian, Online-Text, Eduard Sievers (Germanic Lexicon Project)

Braune, Wilhelm: "Althochdeutsches Lesebuch", darin: "Aus dem Tatian, ostfränkisch (ab S. 46)", Halle: Niemeyer:

1911  Tatian, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 38 fh),  Link 2

1921  Tatian, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 416 c),  Link 2

English: Gospel Harmony of Tatian 830 A.D. The most famous gospel harmony of antiquity, the Diatessaron (Greek "from four") was written around 170 AD in Greek (or Syrian?) by Tatian (Tatianus; †170; Wikipedia). He was a disciple of Justin the Martyr (*around 100, †165 in Rome), who converted him to Christianity. Because of further writings of Tatian which were classified as heretical for the church, the Syrian bishop Theodoret had all copies of the Diatessaron confiscated and destroyed around 400 AD. But at least some translations into other languages have survived. About 544 A.D. it appeared in Latin, but strongly changed edition of Viktor of Capua. This, for its part, was translated into Old High German around the year 830 in Fulda Monastery and was therefore called "Old High German Tatian" („Althochdeutscher Tatian“; Wikipedia). The life of Jesus was compiled from the gospels of Matthew, Mark, Luke and John as well as the Acts of the Apostles into a continuous text. This is the oldest German gospel harmony and therefore of special national importance. It was also the basis of the Old High German grammar. The aim of this precious book was to support the missionary intentions of the Christian rulers of the Occident. On the left the Latin text is shown, on the right the Old High German translation in the same order of lines and words.  It is predominantly a very good word-for-word translation that correctly reproduces the text of the Vulgate. 

Otfrid von Weissenburg Evangelienbuch 863-871

Im 9 Jh. gab es mehrere sächsische und fränkische Übersetzungen, die aber nur Teile des Neuen Testamentes enthielten. Zu dieser Zeit hatten nur Bischöfe und Priester das Recht zu predigen, und dem Volk die lateinische Bibel auszulegen. Karl der Große (*747; †814; Wikipedia), der seit 768 König des Fränkischen Reiches und seit 800 Römischer Kaiser war, ordnete an, dass ein jeder seiner Untertanen zu mindestens das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis in seiner Muttersprache sprechen sollte. Viele seiner Bürger konnten weder lesen noch die lateinische Sprache verstehen, daher wurde versucht, den Menschen das Evangelium in Form von Liedern und Gedichten nahe zu bringen. Der Benediktiner-Mönch und Gelehrte Otfrid von Weißenburg (*um 790; †875; Wikipedia) verfasste zwischen 863 bis 871 n. Chr. im Kloster Weißenburg (im damals deutschen Elsaß; Wikipedia) das Leben Jesu in Form einer dichterischen Zusammenfassung. Diese erschien in Form von 5 Büchern mit 140 Kapiteln und über 7.100 Zeilen (Reimpaaren im Endreim). Sein „Liber Evangeliorum Domini gratia theodisce conscriptus“ (=Evangelien-Buch zu des Herrn Dank im Deutschen verfasst), welches als „Otfrids Evangelienbuch“ Bekanntheit erlangte, wurde in fränkischer Sprache geschrieben. Da Virgil und andere heidnische Dichter ihre Werke in ihren jeweiligen Muttersprachen verfasst haben, wollte auch Otfrid das Leben Christi in Fränkisch seinem Volk nahe bringen. Er sagte, dass die Franken nicht als die einzigen davon ausgeschlossen sein sollten, wenn in der Muttersprache Christi Lob gesungen wird. Otfrid gilt als der erste namentlich bekannte Dichter der deutschen Literatur. Der Name „Evangelienbuch“ oder „Evangelienharmonie“ ist allerdings irreführend, denn Otfrid betonte selber, dass sein Werk keine Übersetzung der Evangelien sei, sondern er wollte lediglich vom Leben Jesu berichten. Otfrid widmete diese Arbeit seinem König „Ludwig dem Deutschen“ (*806; †876) und vergaß in dem Werk auch nicht, seinen Bischof zu erwähnen. Das Evangelienbuch musste im Einklang mit der Kirchenlehre stehen. Daher dienten Otfrid als Quelle nicht nur die Evangelien aus der lateinischen Vulgata, sondern viel mehr die theologischen Schiften der Kirchenväter Gregorius, Beda, Aleuin, Augustinus und anderer. So entstand ein Mischtext mit einer sehr freien Zusammenfassung des Lebens Jesu (mit Entfernungen, Hinzufügungen, Deutungen) und theologischen kirchlichen Lehren. Viele Stellen in seinem Buch sind eindeutig aus den Büchern der Kirchenväter entlehnt. Es ging also von Anfang an gar nicht darum, die Worte des Neuen Testamentes wörtlich zu übersetzen, als vielmehr die katholische Kirchenlehre in einer dichterischen Form wiederzugeben. 

Faksimiles und Online-Text, Evangeliorum liber:

863-871  Otfrids Evangelienbuch, Weissenburg, digitalisierter Text (TITUS, Uni Frankfurt)

863-871  Otfrids Evangelienbuch, Weissenburg (Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2687)Link 2

863-871  Otfrids Evangelienbuch, Weissenburg (Uni Heidelberg, Cod. Pal. lat. 52)

863-871  Otfrids Evangelienbuch, Online-Text, Druck: 1973, Erdmann, Halle (TITUS-Projekt, Uni Frankfurt)

Zwischen 902 und 905 wurde eine Kopie erstellt. Abschreiber war Priester Sigihard:

902-905  Otfrids Evangelienbuch, Codex Frisingensis (BSB-Hss Cgm 14)

902-905  Otfrids Evangelienbuch, Codex Frisingensis (World Digital Library)

FLACIUS, Titel: "Otfridi Evangeliorvm Liber: ueterum Germanorum grammaticae, poeseos, theologiae, praeclarum monimentum = Euangelien Buch in altfrenckischen reimen durch Otfriden von Weissenburg, Münch zu S. Gallen..."  Herausgeber: Matthias Flacius (Matth. Flaccius Illyricus).:

1571  Otfrids Evangelienbuch, Flacius, Basileae: Petri (BSB, Res/P.o.germ. 1038 o, VD16 B 4664)

1571  Otfrids Evangelienbuch, Flacius, Basileae: Petri (Google Books)

1571  Otfrids Evangelienbuch, Flacius, Basileae  (ÖNB, 2.W.40, VD16 B 4664),  Link 2

1571  Otfrids Evangelienbuch, Flacius, Basileae, (Google Books)

GRAFF, Titel: "Krist : das älteste, von Otfrid im neunten Jahrhundert verfaßte hochdeutsche Gedicht ; nach den drei gleichzeitigen, zu Wien, München und Heidelberg befindlichen Handschriften ; mit einem Facsimile aus ieder der drei Handschriften, kritisch herausgegeben von E. G. Graff":

863-871  Otfrids Evangelienbuch, Nachdruck 1831 in Königsberg (Preußen) von E.G.Graff (BSB, 4 P.o.germ. 161 q)

KELLE, Titel: "Otfrid von Weissenburg Evangelienbuch: Text, Einleitung, Grammatik, Metrik, Glossar, von Dr. Johann Kelle", Regensburg, Verlag Joseph Manz:

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (BSB, P.o.germ. 1038 p-1)

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books)

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Archive)

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Archive),   Google Books

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Archive),   Google Books  

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-4)

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-5)

1856  Otfrids Evangelienbuch, Band 1, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-6)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (BSB, P.o.germ. 1038 p-2)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Archive),   Google Books

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-3)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-4)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-5)

1869  Otfrids Evangelienbuch, Band 2, Kelle, Regensburg: Manz (Google Books-6) 

1881  Otfrids Evangelienbuch, Band 3, Kelle, Regensburg: Manz (Archive),   Google Books

1881  Otfrids Evangelienbuch, Band 3, Kelle, Regensburg: Manz (Archive),   Google Books

1870  Otfrids Evangelienbuch, übersetzt von Johann Kelle, Prag (Archive),   Google Books

RAPP, Titel: "Otfrids von Weissenburg Evangelienbuch. Aus dem Althochdeutschen übersetzt von Georg Rapp":

1858  Otfrids Evangelienbuch, Rapp, Stuttgart: Liesching (Archive),   Google Books

1858  Otfrids Evangelienbuch, Rapp, Stuttgart: Liesching (Google Books-2)

1858  Otfrids Evangelienbuch, Rapp, Stuttgart: Liesching (Google Books-3)

1858  Otfrids Evangelienbuch, Rapp, Stuttgart: Liesching (Google Books-4)

PIPER, Titel: "Otfrids Evangelienbuch: Mit Einleitung, erklärenden Anmerkungen und ausführlichem Glossar. Herausgegeben von Dr. Paul Piper":

1878  Otfrids Evangelienbuch, Teil 1, Piper, Paderborn (Archive),   Google Books

1878  Otfrids Evangelienbuch, Teil 1, Piper, Paderborn (Archive),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Teil 1, Piper, Freiburg (Archive),       Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Teil 1, Piper, Freiburg (Archive-2),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-3),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-2),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-3),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-4),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-5),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 2, Piper, Freiburg (Archive-6),   Google Books

1884  Otfrids Evangelienbuch, Teil 1-2, Piper, Freiburg (Archive),   Google Books

ERDMANN, Titel: "Otfrids Evangelienbuch, Herausgegeben und erklärt von Oskar Erdmann":

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive),      Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive-2),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive-3),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive-4),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive-5),   Google Books

1882  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, Halle (Archive-6),   Google Books

1973  Otfrids Evangelienbuch, Erdmann, 6. Auflage, Wolff, Tübingen: Niemeyer (Google Books)

1973  Otfrids Evangelienbuch, Online-Text, Erdmann, 6. Aufl., Tübingen: Niemeyer (TITUS-Projekt, Uni Frankfurt)

HARTMANN, Titel: "Allegorisches Wörterbuch zu Otfrieds von Weißenburg Evangeliendichtung". Autor / Hrsg.: Reinildis Hartmann, gedruckt 1975 in München: 

1975  Otfrids Evangelienbuch, Hartmann, München (BSB, 4 Z 70.549-26)

1975  Otfrids Evangelienbuch, Hartmann (Opacplus)

 

Braune, Wilhelm: "Althochdeutsches Lesebuch", darin: "Aus Otfrids Evangelienbuch, südrheinfränkisch (ab S. 86)", Halle: Niemeyer:

1911  Otfrid, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 38 fh),  Link 2

1921  Otfrid, Wilhelm Braune (BSB, L.germ. 416 c),  Link 2

English: Otfrid's Gospel Book 863-871: In the 9th century there were several Saxon and Frankish translations, but they contained only parts of the New Testament. At that time, only bishops and priests had the right to preach and interpret the Latin Bible to the people. Charlemagne (Karl der Große; *747; †814; Wikipedia), who had been King of the Frankish Empire since 768 and Roman Emperor since 800, ordered that each of his subjects should at least speak the "Our Father" and the Credo (pronounced Latin for "I believe") in his mother tongue. Many of his citizens could neither read nor understand the Latin language, so attempts were made to bring the Gospel closer to the people in the form of songs and poems. The Benedictine monk and scholar Otfrid of Weissenburg (*about 790; †875; Wikipedia) wrote between 863 and 871 A.D. the life of Jesus in the monastery Weissenburg (in the then German Alsace; Wikipedia) in the form of a poetic summary. This was published in the form of 5 books with 140 chapters and over 7,100 lines (rhyme pairs in the final rhyme). His "Liber Evangeliorum Domini gratia theodisce conscriptus" (=Gospel book written in German in thanksgiving to the Lord), which became known as Otfrids Gospel Book "Otfrids Evangelienbuch"), was written in Franconian. Since Virgil and other pagan poets wrote their works in their respective mother tongues, Otfrid also wanted to bring the life of Christ in Franconian closer to his people. He said that the Franks should not be the only ones excluded when praise the Lord Jesus Christ in the mother tongue. Otfrid is regarded as the first poet of German literature known by name. However, the name "Gospel Book" or "Gospel Harmony" is misleading, because Otfrid himself emphasized that his work was not a translation of the Gospels, but merely wanted to tell of the life of Jesus. Otfrid dedicated this work to his king Ludwig the German („Ludwig dem Deutschen“, *806; †876) and also did not forget to mention his bishop in the work. The gospel book had to be in harmony with the church doctrine. Therefore Otfrid did not only use the gospels from the Latin Vulgate as a source, but much more the theological writings of the church fathers Gregorius, Beda, Aleuin, Augustinus and others. Thus a mixed text was created with a very free summary of the life of Jesus (with distances, additions, interpretations) and theological church teachings. Many passages in his book are clearly borrowed from the books of the Fathers of the Church. So from the beginning it was not at all a question of translating the words of the New Testament literally, but rather of reproducing the Catholic Church doctrine in a poetic form.  

Matthias von Beheim Evangelienbuch von 1343

Im Jahr 1343 erschien die erste große Übersetzung der 4 Evangelien in der mitteldeutschen Sprache, „in das mittelste Deutsch“, wie es im Buch ausgedrückt wurde. Als Grundlage diente weiterhin die lateinische Vulgata (Biblia Sacra veteris et vulgate Editionis juxta Exemplar Vaticanum). Der Auftrag- und Geldgeber zu dieser Handschrift war der Mönch Matthias von Beheim (Matthiae von Beheims, Mathias de Behaim; Wikisource) aus Halle an der Saale. Es ist zwar nicht bekannt, wer der Übersetzer war (wahrscheinlich ein Klosterbruder), allerdings wird deutlich, dass dieser ein sehr guter Kenner der lateinischen Sprache war und sehr sorgfältig gearbeitet hat. 

Faksimiles:

1343  Beheim Evangelienbuch (Uni Leipzig, Ms 34)

1343  Beheim Evangelienbuch (Manuscripta-Mediaevalia)

1343  Beheim Evangelienbuch (Handschriftencensus, Bensheim 11.34a),   Ms. 34,   Bensheim 11.34a

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (BSB, Germ.g. 317 d-3)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Google Books)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (BSB, 037/Kst 194)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Archive)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Google Books)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Archive)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Google Books)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Archive)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Google Books)

1867  Beheim Evangelienbuch, Hrsg.: Reinhold Bechstein, Leipzig: Weigel (Google Books-2)

Wörterbücher: Mittelhochdeutsches WörterbuchWörterbuchnetz: SabbatWocheSonntag

English: Matthias von Beheim Gospel Book of 1343. In 1343 the first large translation of the 4 Gospels appeared in the Middle German language, "into the Middle German", as it was expressed in the book. The Latin Vulgate (Biblia Sacra veteris et vulgate Editionis juxta Exemplar Vaticanum) continued to serve as the basis. The commissioner and sponsor of this manuscript was the monk Matthias von Beheim (Matthiae von Beheims, Mathias de Behaim; Wikisource) from Halle an der Saale. Although it is not known who the translator was (probably a monk brother), it becomes clear that he was a very good expert of the Latin language and worked very carefully. 

Augsburger Pergament-Handschrift 1350

Augsburger Pergament-Handschrift (Augsburger Bibelhandschrift). In der Augsburger Werkstatt entstanden mehrere Handschriften des NT, die textlich sehr ähnlich waren. Das älteste vollständige NT in deutscher Sprache wurde 1350 in Bayern von drei nicht näher bekannten Schreibern hergestellt. Sie bot zudem die Vorlage für den Text einer der bedeutendsten illustrierten Prachtbibeln überhaupt, der sogenannten Ottheinrich-Bibel. Somit gab es bereits mehrere deutsche Übersetzungen vor der englischen Bibel von Wycliffe 1382/3. Die Reihenfolge der Bücher weicht etwas von den anderen Bibeln ab: 1. Evangelien, Offenbarung, kath. Briefe 2. Apostelgeschichte; 3. Paulus-Briefe, Nikodemus-Evangelium. Bei der Augsburger Pergament-Handschrift handelt es sich um eine sehr gute Übersetzung aus der Vulgata. Titel: "Lektionar, Neues Testament, Nikodemus-Evangelium".

Faksimiles:

1350  Augsburger P., Bayern (BSB, Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, 2 Cod 3 (Cim 47)Link 2

1350  Augsburger P., Bayern (BSB, Digitale Sammlungen, 2 Cod 3 (Cim 47)

1350  Augsburger P., Bayern (Handschriftencensus, 2° Cod. 3),    Handschriftencensus Gesamtverzeichnis

English: Augsburg Parchment Manuscript 1350 (Augsburg Bible Manuscript). The Augsburg workshop produced several NT manuscripts which were very similar in text. The oldest complete NT in German was produced in Bavaria in 1350 by three unknown scribes. It also provided the model for the text of one of the most important illustrated splendor bibles of all, the so-called Ottheinrich Bible. Thus there were already several German translations before the English Bible of Wycliffe 1382/3. The order of the books differs somewhat from the other Bibles: 1. Gospels, Revelation, Catholic Letters, 2. Acts of the Apostles; 3. Paul Letters, Nicodemus Gospel. The Augsburg parchment manuscript is a very good translation of the Vulgate. German Title: "Lektionar, Neues Testament, Nikodemus-Evangelium".

Evangelistare 14. bis 15. Jahrhundert

Was ist ein Evangelistar? Ein Evangelistar (von lat. evangelistarium) bezeichnet ein liturgisches Buch in der katholischen Kirche, welches Textabschnitte (Perikopen) aus den Evangelien des NT für die Lesung an bestimmten Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres enthält. Oft wurden sog. Glossen (Erklärungen schwieriger Worte oder Textteile) und theologische Interpretationen beigefügt. Es handelt sich hierbei also NICHT um eine Übersetzung der Evangelien, sondern es wurden jeweils nur einzelne  Abschnitte aus den 4 Evangelien ausgewählt, die an bestimmten Tagen im Kirchenjahr vor der Gemeinde vorgelesen werden sollten. Daher wird bereits zu Ostern von der Auferstehung Jesu berichtet, während in den nachfolgenden Wochen des Kirchenjahres Abschnitte aus den Evangelien vorgelesen wurden, die zeitlich vor der Kreuzigung Jesu lagen. Für das Passafest wurde oft der Begriff „Ostern“, für den großen Sabbat „Samstag“ und für den Rüsttag „Karfreitag“ verwendet. So entstanden Sätze wie „Da baten die Juden wann es war Karfreitag das der Leichnam des Samstages nicht bleibe hängen an dem Kreuze das man ihm die Beine zerbreche“ (Zitat: Gallica, Uni Straßburg, Ms.2.433).  Info über Evangelistare auf Wikipedia.

Faksimiles:

13./14. Jh.  Evangelistar aus dem 13./14. Jh. aus dem Benediktiner-Kloster Oberaltaich (BSB Cgm 66)Link 2

14.Jh.  Evangelistar, „Sonn- und feiertägliche Evangelien“ (BSB Cgm 200)Handschriftencensus

14.Jh.  Evangelistar, Bayern, Lichtenthal 30 (Badische Landesbibliothek, Lichtenthal 30)Link 2Handschriftencensus

14.Jh.  Evangelistar, Nürnberg, bairisch, Text ähnlich wie Lichtenthal 30 (Nürnberg, Stadtbibl., Cod. Cent. VI, 43c)

14.Jh.  Evangelistar und Episteln für das ganze Jahr, Besitz im 16.Jh. Veit Kloz (BSB Cgm 58)Link 2Link 3Link 4Hcens

14.Jh.  Passion und Episteln für das ganze Jahr, oberrheinisch (BSB, Cgm 157)Link 2

14.Jh.  Evangelistar, Mittelhochdeutsch, unvollständig (BSB-Katalog, Cgm 200)Link 2Link3

1375-1400  Bayerisches Evangelistar, Bayern Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 62)Handschriftencensus

1370-1400  Deutsches Evangelistar, nordrheinfränkisch  (Uni Frankfurt, Ms. germ. qu. 55)Link 2Handschriftencensus

1385  Weltchronik und Evangelien-Perikopen in Dichtform (Uni Kassel, 2° Ms. theol. 4)Link 2

1398  Evangelistar aus Bayern/Schwaben, Marquard von Lindau (BSB; Hss Cgm 424)Link 2Handschriftencensus

1398  Evangelistar aus Bayern/Schwaben, Marquard von Lindau (Deutsche Digitale Bibliothek)

1401-1425  Evangelistar mit Glossen, Marquard von Lindau, Süddeutschland (Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 39), H-Cens

1401-1450  Evangelistar aus dem Elsaß (Staatsbibliothek Berlin, Ms. germ. qu. 145)

1427  Evangelia quattuor cum notis et locis germanice versis, Mondsee, Benediktinerkloster St. Michael, Österreich (ÖNB)

1432  Schweizer Evangelistar, Schreiber: Johannes Molitor von Winterthur (e-codices; Cod. chart. 84)

1438  Olmützer Perikopen, (Uni Freiburg, Hs. 1500,9),   Handschriftencensus

1450-1452  Evangelistar aus Lichtenthal: Michael de Massa (BLB Karlsruhe, Lichtenthal 70)Link 2

1455  Heidelberger Evangelistar mit Glossen, Heidelberg (Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 55)Handschriftencensus

1455-1500 Evangelistar für die Karwoche, Bayern, Heinrich von St. Gallen (BSB, Cgm 825)Link 2   

15. Jh. Deutsches Evangelistar aus der Uni Strassburg (Gallica; Ms.2.433)

1457-1461 Evangelistar aus Bayern/Lenting, bairisch (BSB Clm 14113),   Handschriftencensus,   Link 2

1468  Evangelistar, Lektionar, Südalemannisch  (Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Hs. 335) 

1477  Evangelien der guten Meister von Prag, Bamberg, Staatsbibl., Msc. Lit. 146 (Handschriftencensus) 

1477  Evangelien der guten Meister von Prag; Hrsg.: Josef Werlin; Gräfefing: E. Gans Verlag; 1962; 193 S. (Buchhandel)

1481  Evangelistar, Augsburg: Johann Schönsperger (Library of Congress, Rosenwald 81)

English: What is an Evangeliary (Evangelistar)? An Evangelistar (from the Latin evangelistarium) is a liturgical book in the Catholic Church which contains text passages (pericopes) from the Gospels of the NT for reading on certain Sundays and holidays of the church year. So-called glosses (explanations of difficult words or parts of texts) and theological interpretations were often added. This is therefore NOT a translation of the Gospels, but only individual sections from the 4 Gospels were selected, which were to be read out on certain days in the church year before the congregation. Therefore already at Easter the resurrection of Jesus is reported, while in the following weeks of the church year sections from the Gospels were read out, which lay in time before the crucifixion of Jesus. For the Passover the term "Easter" was often used, for the great Sabbath "Saturday" and for the preparation day "Good Friday". Thus sentences like "The Jews asked when it was Good Friday that the corpse of Saturday should not get stuck on the cross that is broken its legs" (Quote: Gallica, University of Strasbourg, Ms.2.433) arose. Info: Wikipedia and German site with many links: Wikipedia.

Offenbarung-Übersetzung 1350-1370

Eine bebilderte Übersetzung der Offenbarung. 'Apokalipsis dit ist die offenbarunge ihesu cristi'.

English: Apocalypse, in German. Begins: 'Apokalipsis dit ist die offenbarunge ihesu cristi'.

Bayerisches Evangelistar 1375-1400

Evangelistar aus Bayern ( Cod. Pal. germ. 62), Ende 14 Jh. Diese Handschrift in bairischer Mundart ist sehr gut übersetzt worden. Der Übersetzer hat auf Kirchenlehren verzichtet und hat die lateinischen Verse korrekt übersetzt. Zu seiner Zeit war Latein die Mutter- und Kirchensprache der Gebildeten, daher wussten sie ganz genau was die Vulgata sagt und was eben nicht. Als Überschrift stehen oft die ersten lateinischen Wörter und daneben die deutsche Entsprechung.

Faksimiles:

1375-1400  Bayerisches Evangelistar (Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 62),  Link 2

1375-1400  Bayerisches Evangelistar (Handschriftencensus)

1375-1400  Bayerisches Evangelistar (Beschreibung PDF)

English: Evangeliary from Bavaria at the end of the 14th century (Cod. Pal. germ. 62). This handwriting in Bavarian dialect has been translated very well. The translator did without church teachings and translated the Latin verses correctly. In his time Latin was the mother and church language of the educated, so they knew exactly what the Vulgate says and what not. The first Latin words and the German equivalent are often used as headlines.

Wenzelsbibel 1390-1400

Wenzels-Bibel 1390-1400: Die älteste deutsche Prachthandschrift der Heiligen Schrift war die Wenzels-Bibel, die zwischen 1390-1400 gemalt wurde (Wikipedia). Sie wurde für König Wenzel IV. von Böhmen (auch Wenzeslaus, tschechisch Václav; *1361, †1419; Wikipedia) erstellt; aber sie enthält nur Teile des AT und das NT fehlt ganz. Originale bei der Österreichischen Nationalbibliothek (Cod. 2759-2763), Titel: "Biblia germanica regis Wenceslai V. Bohemiae iussu scripta (Wenzelsbibel)" (Wikipedia-Info).

1390-1400  Wenzelsbibel, Prag, Original in mehreren Bänden (ÖNB, Cod. 2759)

1390-1400  Wenzelsbibel, neues Faksimile (ADEVA)

1390-1400  Wenzelsbibel, neues Faksimile (Ziereis Faksimiles)

1390-1400  Wenzelsbibel, Kurzbeschreibung im Handschriftencensus

English: Wenceslas Bible 1390-1400: The oldest German magnificent manuscript of the Holy Scripture was the Wenzels Bible, which was painted between 1390-1400 (Wikipedia). It was created for King Wenceslas IV of Bohemia (German: König Wenzel von Böhmen, also Wenceslaus, Czech: Václav; *1361, †1419; Wikipedia); but it contains only parts of the OT and the NT is missing completely. Originals at the Austrian National Library (ÖNB, Cod. 2759-2763), title: "Biblia germanica regis Wenceslai V. Bohemiae iussu scripta (Wenceslas Bible)".  

Codex Teplensis = Waldenser Bibel 1390

Waldenser-Bibel ca. 1390 (vor 1400). Das aufblühende slawische Kloster Tepla (Tepl, Teplá; Wikipedia) bei Eger in Westböhmen wurde 1380 durch die Pest völlig entvölkert, woraufhin der Abt des Klosters (Bohus Edler von Otoschitz; *1384, †1411) seit 1381 deutsche Kolonisten in die fast gänzlich ausgestorbenen Orte ansiedelte. Das besondere an diesem Kloster ist, dass es eine Schatzkammer an alten Handschriften enthält. Eines der wichtigsten Werke ist die Übersetzung des NT in die deutsche (nordbairisch-böhmische) Sprache. Die Übersetzung der Vulgata war sehr genau. Diese Pergamenthandschrift („Die Schrift des newen Gezeuges“) hat 629 Seiten und wird auch mittelalterliche Waldenser-Bibel genannt. Sie entstand etwa um 1350. Ihr Text diente als Grundlage für die erste gedruckte deutsche Bibel, der Mentelin-Bibel von 1466. Letztere war gleichzeitig auch die weltweit erste gedruckte Bibel in einer Volkssprache überhaupt. 

Faksimiles:

1390  Codex Teplensis (Manuscriptorium, b 10), Register "Shelf-mark" auswählen und "b10" eingeben

1390  Codex Teplensis (Handschriftencensus)

1390  Codex Teplensis, Nachdruck 1884, Augsburg-München: Max Huttler (Archive)

1390  Codex Teplensis, Nachdruck 1884, Augsburg-München: Max Huttler (Archive)

1390  Codex Teplensis, Nachdruck 1884, Augsburg-München: Max Huttler (Hathitrust)

1847  Der waldensische Ursprung des Codex Teplensis, Herman Haupt, Nürnberg (Google Books)

1885  Deutsche Bibel-Übersetzung der Waldenser im Codex Teplensis, Herman Haupt, Würzburg (Archive)

1885  Deutsche Bibel-Übersetzung der Waldenser im Codex Teplensis, Herman Haupt, Würzburg (Google Books)

1886  Der waldensische Ursprung des Codex Teplensis, Herman Haupt, Nürnberg (Archive)

English: Codex Templensis or Waldensian Bible ca. 1390 (before 1400). The flourishing Slavic monastery Tepla (Tepl, Teplá; Wikipedia) in West Bohemia (near Eger) was completely depopulated by the plague in 1380, whereupon the abbot of the monastery (Bohus Edler von Otoschitz; *1384, †1411) settled since 1381 German colonists in the almost completely extinct places. What is special about this monastery is that it contains a treasure trove of old manuscripts. One of the most important works is the translation of the NT into the German (North Bavarian-Bohemian) language. The translation of the Vulgata was very accurate. This parchment manuscript ("Die Schrift des newen Gezeuges") has 629 pages and is also called the medieval "Waldensian Bible." It was written around 1350. Its text served as the basis for the first printed German Bible, the Mentelin Bible of 1466, which was also the world's first printed Bible in a vernacular language. 

Cod. Pal. germ. 29 - AT 1400-1440

Cod. Pal. germ. 29. Bibel AT (Propheten, Esra bis Job), deutsch:

1400-1440  Cod. Pal. germ. 29 AT (Propheten, Esra bis Job), Bayern (Uni Heidelberg),  Link2Link 3 (Beschreibung)

English: Cod. Pal. germ. 29. Bible OT (Prophets, Ezra to Job), German.

Ottheinrich-Bibel 1425/30

Die Ottheinrich-Bibel ist die bedeutendste deutsche Handschrift und eine der kostbarsten und schönsten Bibelhandschriften der Welt (Wikipedia). Sie wurde im Auftrag von Herzog Ludwig VII. von Bayern um 1430 wahrscheinlich in Ingolstadt hergestellt und enthält als erste das gesamte illustrierte NT in deutscher Sprache. Als Textgrundlage diente die Augsburger Pergament-Handschrift 1350. Ihren Namen erhielt die Bibel nach dem ersten nachgewiesenen Eigentümer, dem Grafen und Kurfürsten Ottheinrich von der Pfalz (*1502, †1599; Wikipedia). Ottheinrich beauftragte den Maler Matthias Gerung (*1500, †1570; Wikipedia) die bereits seit etwa 100 Jahren begonnene deutsche Übersetzung des NT abzuschließen und mit über 100 Bildern auszustatten. So entstand in den Jahren 1530 bis 1532 ein wahres Prachtexemplar. Es ist die älteste illustrierte Bibel in deutscher Sprache. Ottheinrich reiste in das Heilige Land, wo er 1521 Jerusalem erreichte und sich vor dem osmanischen Statthalter verneigte. Zu den besuchten Orten gehörten auch der Ölberg, Betlehem, der See Genezareth und die Grabeskirche, wo Ottheinrich zum Ritter geschlagen wurde. Im August 1521 reiste er über Jaffa wieder in seine Heimat zurück. Im November 1622 wurde seine Bibel von Herzog Maximilian von Bayern (*1573, †1651; Wikipedia), der seit 1623 Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches war, nach München entführt. Doch die Reise sollte noch weiter gehen, denn bei der schwedischen Besetzung Münchens (im Jahr 1632) nahm sie der König Gustav Adolf (*1594, †1632; Wikipedia) zunächst an sich. Später übergab er sie dem Herzog Wilhelm IV von Sachsen-Weimar (*1598, †1662; Wikipedia). Ab 1647 befand sich dieses Meisterwerk in der Bibliothek von Schloss Friedenstein in Gotha, wo sie auch Gothaer-Bibel genannt wurde. Viele Christen sind sich heute dessen gar nicht bewusst, welch ein großes Privileg es ist, eine einige Bibel haben zu dürfen. Viele Generationen vor uns hatten diese Gelegenheit nicht und selbst Könige kämpften um den Besitz einer Bibel in deutscher Sprache. Umso größer ist die Verantwortung an alle Christen, die Bibel nicht als nebensächlich zu betrachten. Die Ottheinrich-Bibel hat viele aufwendig hergestellte Abbildungen, aber auch wichtig ist ihr Text, denn die Vulgata wurde meist sehr genau übersetzt.

Faksimiles:

1430  Ottheinrich-Bibel, Regensburg (Bayern) (BSB, Gesamtübersicht der Bände, BSB Cgm 8010)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 1: Mt 1,1-26,30, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(1)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 2: Mt 26,31 - Lk 5,26, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(2)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 3: Lk 5,26 - Joh 5,18, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(3)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 4: Joh 5,18 - Röm 15,13, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(4)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 5: Röm 15,13 - Kol 3,22, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(5)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 6: Kol 3,22 - Apg 10,4, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(6)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 7: Apg 10,4 - 1Joh 5,15, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(7)

1430  Ottheinrich-Bibel, Bd. 8: 1Joh 5,15 - Offb, Regensburg (BSB, BSB-Hss Cgm 8010(8)

1430  Ottheinrich-Bibel, Regensburg (Bayern) (World Digital Library, WDL)

1430  Ottheinrich-Bibel, Regensburg (Bayern), Faksimilierte Ausgabe (Faksimile.de)

1430  Ottheinrich-Bibel, Regensburg (Bayern), Faksimilierte Ausgabe (Skriptorium.at)   p

English: Otto-Henry Bible 1425/30 (Ottheinrich Bible, Wikipedia). The Ottheinrich Bible is the most important German manuscript and one of the most precious and beautiful Bible manuscripts in the world. It was commissioned by Duke Ludwig VII of Bavaria (Herzog Ludwig VII. von Bayern) and probably produced in Ingolstadt around 1430. It is the first manuscript to contain the entire illustrated NT in German. The Augsburg parchment manuscript of 1350 served as the text basis. This Bible received its name after the first proven owner, the Count and Elector Otto Henry of Palatine (German: Graf und Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz; *1502, †1559; Wikipedia). Ottheinrich commissioned the painter Matthias Gerung (*1500, †1570; Wikipedia) to complete the German translation of the NT, which had been in progress for about 100 years, and to equip it with over 100 pictures. Between 1530 and 1532 a magnificent bible was created. It is the oldest illustrated Bible in German language. Otto-Henry traveled to the Holy Land, where he reached Jerusalem in 1521 and bowed before the Ottoman governor. The places visited included the Mount of Olives, Bethlehem, the Sea of Galilee and the Church of the Holy Sepulchre, where Otto-Henry was knighted. In August 1521 he returned home via Jaffa. In November 1622 his Bible was abducted to Munich by Duke Maximilian of Bavaria (*1573, †1651; Wikipedia), who had been Elector of the Holy Roman Empire since 1623. But the journey was to go even further, because during the Swedish occupation of Munich (in 1632) King Gustav Adolf (*1594, †1632; Wikipedia) took it first. Later he handed it over to Duke Wilhelm IV of Saxe-Weimar (*1598, †1662; Wikipedia). From 1647 this masterpiece was in the library of Friedenstein Castle in Gotha, where it was also called the Gothaer Bible. Many Christians today are not even aware of what a great privilege it is to have an own bible. Many generations before us did not have this opportunity and even kings fought for the possession of a Bible in German language. All the greater is the responsibility of all Christians not to regard the Bible as secondary. The Otto-Henry Bible has many elaborately produced illustrations, but also important is its text, because the Vulgate was usually translated very precisely. 

Melker Evangelien nach 1433

Melker Evangelien nach 1433. Dieses mittelalterliche Evangelium (Cod. 1084) stammt aus dem Benediktiner-Kloster in Melk (Österreich) (ÖNB, Cod. 1084):

Faksimiles:

1433  Melker Evangelien, Melk, Benediktinerstift, Cod. 1084 (244, E 35) (Manuscripta.at) 

1433  Melker Evangelien, Melk, Benediktinerstift, Cod. 1084 (244, E 35) (Handschriftencensus)(vgl. Cod. 1752 (651; L 79)

English: Melker Gospels after 1433 (German: Melker Evangelien). This medieval gospel (Cod. 1084) comes from the Benedictine monastery in Melk (Austria) (ÖNB, Cod. 1084).

Franken-NT 1435 (= Viler-NT)

Franken-NT 1435. Das wahrscheinlich in Nürnberg hergestellte NT zeichnet sich durch eine korrekte Übersetzung der Vulgata aus. Neben dem NT ist auch ein Plenar (ein liturgisches Buch mit Texten von verschiedenen Codices), das apokryphe Nikodemus Evangelium und die Pilatus-Veronika-Legende enthalten. Die Handschrift (Hs) wurde von Johannes Viler aus Coburg geschrieben (WLB Stuttgart, Cod.bibl.fol.15). Titel: "Neues Testament", Untertitel: "Plenar; Nikodemus-Evangelium". Es ist eine der ersten Bearbeitungen der „Augsburger Bibel" von 1350 (Augsburger Pergament-Handschrift, Augsburg, 2 Cod 3).

Faksimiles:

1435  Franken-NT, Franken (Nürnberg?) (WLB, Cod.bibl.fol.15)

1435  Viler-NT, Franken (Nürnberg?) (Manuscripta-Mediaevalia)

English: Franconian-NT 1435 The NT, probably made in Nuremberg, is characterized by a correct translation of the Vulgata. Besides the NT there is also a plenary (a liturgical book with texts from different codices), the apocryphal Nicodemus Gospel and the Pilatus-Veronika legend. The manuscript (German: Handschrift; Hs) was written by Johannes Viler from Coburg (WLB Stuttgart, Cod.bibl.fol.15). Title: "New Testament", Subtitle: "Plenary; Gospel of Nicodemus". It is one of the first adaptations of the "Augsburg Bible" of 1350 (Augsburger Pergament-Handschrift, Augsburg, 2 Cod 3).

Codex Palatinus Germanicus ab 1441

In der Schreiber-Werkstatt des Diebold Lauber (*vor 1427; †nach 1471; Wikipedia) in Hagenau entstanden zahlreiche Handschriften. Sie sind Teil der Heidelberger Büchersammlung (Bibliotheca Palatina), die 1622/1623 von dem päpstlichen Legaten Leone Allacci nach Rom in die Biblioteca Vaticana gebracht wurde. Die lateinischen Bücher sind dort verblieben, doch 1816 wurde zumindest die deutschsprachige Literatur zur Universitätsbibliothek Heidelberg gebracht. Von besonderer Bedeutung ist die 5-bändige vollständige Bibel (Codices Pal. germ. 19-23; Cod 23: NT), die zwischen 1441 und 1449 entstanden ist. Wer den Auftrag zur Herstellung gab ist unbekannt, denn die Kosten für die Pergamente und für mehrere Maler waren extrem hoch. 

Faksimiles:

1441-1449  Cod. Pal. germ. 19, AT (Mose-Ri), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1441-1449  Cod. Pal. germ. 20, AT (Könige...), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1441-1449  Cod. Pal. germ. 21, AT (Esra...), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1441-1449  Cod. Pal. germ. 22, AT (Propheten), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1441-1449  Cod. Pal. germ. 23, NT, Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1441-1449  Cod. Pal. germ. 23, NT, Hagenau, Diebold Lauber (Manuscripta-Mediaevalia)

1477  Cod. Pal. germ. 16, AT (Mose-Rut), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link2

1477  Cod. Pal. germ. 17, AT (Könige), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),   Link 2

1477  Cod. Pal. germ. 18, AT (Psalter, Propheten), Hagenau, Diebold Lauber (Bibliotheca Palatina, Uni Heidelberg),  Link 2

English: Codex Palatinus Germanicus 1441: Numerous manuscripts were written in the workshop of Diebold Lauber (*before 1427; † after 1471; Wikipedia) in Hagenau. They are part of the Heidelberg book collection (Bibliotheca Palatina), which was brought to the Biblioteca Vaticana in Rome in 1622/1623 by the papal legate Leone Allacci. The Latin books remained there, but in 1816 at least the German-language literature was brought to the Heidelberg University Library. Of particular importance is the 5-volume complete Bible (Codices Pal. germ. 19-23; Cod 23: NT), which was written between 1441 and 1449. Who gave the order for the production is unknown, because the costs for the parchments and for several painters were extremely high. 

Regula Evangeliar 1450-52

Herkunft des Evangeliars: Zisterzienserinnen-Kloster Lichtenthal in Baden Baden (Wikipedia). Geschrieben von Schwester Regula (†1478, Wikipedia). Enthält: Vita Christi (Das Leben Christi), Michael, Lektionar, Evangeliar (ab Seite 236), Elsässische Legenda aurea. Original: Handschrift auf Papier. Schreibsprache: nieder-alemannisch. Zudem sind 40 kolorierte Zeichnungen enthalten. Der Text der Vulgata wurde korrekt übersetzt. Badische Landesbibliothek, Signatur: Lichtenthal 70.

Faksimiles:

1450-1452  Evangeliar aus Lichtenthal: Michael de Massa (BLB Karlsruhe, Lichtenthal 70),  Link 2

1450-1452  Evangeliar aus Lichtenthal: Michael de Massa (Ausführliche Beschreibung)

1450-1452  Evangeliar aus Lichtenthal (Handschriftencensus)

English: Regula Gospels or Lichtenthal Gospels. Origin of the gospel: Cistercian monastery Lichtenthal in Baden Baden (Germany; Wikipeadia). Written by Sister Regula (†1478; Wikipedia). Contains: Vita Christi (The Life of Christ), Michael, Lektionar, Gospels=Evangeliar (from page 236), Alsatian Legenda aurea. Original: Handwriting on paper. Writing language: Lower-Alemannic. Also included are 40 coloured drawings. The text of the Vulgate was translated correctly. Source: Badische Landesbibliothek, Germany, Shelf mark: Lichtenthal 70.

Eberler-Bibel 1464

Matthias Eberler (Ratsherr in Basel; †1502) gab eine deutsche Übersetzung in Auftrag, die 1464 in Basel erschien (ÖNB Cod. 2669-2770). Das waren nur zwei Jahre vor dem Druck der ersten gedruckten deutschen Bibel (Mentelin-Bibel 1466). Der Text erinnert an den Codex Palatinus Germanicus 1441. Der Schreiber war der aus München stammende Johann Liechtenstern. Auch diese aus der Vulgata übersetzte Vollbibel zeichnet sich durch ihre Genauigkeit aus. Titel: "Biblia germanica et quidem libri Veteris Testamenti", Verfasser: Unbekannt; Beteiligter: Matthias Eberler.

Faksimiles:

1464  Biblia germanica, Basel, Matthias Eberler (ÖNB, Cod. 2770 HAN MAG),  Link 2,  Link 3

1464  Biblia germanica, Basel, Matthias Eberler (ÖNB, Cod. 2769 HAN MAG) 

1464  Biblia germanica, Wappen für Matthias Eberler, Basel, Matthias Eberler (ÖNB, NB 12.695 - C)

English: Eberler Bible 1464: Matthias Eberler (councillor in Basel; †1502) commissioned a German translation which appeared in Basel in 1464 (ÖNB Cod. 2669-2770). This was only two years before the printing of the first printed German Bible (Mentelin Bible 1466). The text reminds of the Codex Palatinus Germanicus 1441. The writer was Johann Liechtenstern from Munich. This full Bible, translated from the Vulgate, is also distinguished by its accuracy. Title: "Biblia germanica et quidem libri Veteris Testamenti", Author: Unknown; Participant: Matthias Eberler.

Furtmeyr-Bibel 1465-1472

Zwischen 1468-1472 erschien in zwei Bänden das Alte Testament in deutscher Sprache. Diese Bibel wurde unter großem Zeitaufwand von bekannten Künstlern erstellt und war dementsprechend kostbar und teuer. Berthold Furtmeyr (*1435/49, †1502; Wikipedia) aus Regensburg (Bayern) war ein Miniaturmaler des 15. Jahrhunderts. Er arbeitete sehr genau und benutzte eine breite Farbpalette.

Faksimiles:

1463  Furtmeyr-AT, Bd.1, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr; Schreiber: G. Rorer (BSB-> Cgm 502)

1463  Furtmeyr-AT, Bd.2, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr; Schreiber: G. Rorer (BSB-> Cgm 503) 

1463  Furtmeyr-AT, Bd.1, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr (World Digital Library, WDL),   Link 2

1465-1499  Furtmeyr-AT, Bd.1, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr (BSB-Katalog -> Cgm 8010 a)

1465-1499  Furtmeyr-AT, Bd.1, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr (BSB Info zu Cgm 8010 a)

1465-1499  Furtmeyr-AT, Regensburg, Maler: Berthold Furtmeyr (World Digital Library, WDL)   Link 2

1465  Furtmeyr-AT, Bd.1, Genesis-Ruth, Maler: Berthold Furtmeyr (British Library, Egerton 1895)

1465  Furtmeyr-AT, Bd.1, Psalmen-Maleachi, Maler: Berthold Furtmeyr (British Library, Egerton 1896)

1468-1470  Furtmeyr-AT, Bd.1, Genesis-Rut, Regensburg (Uni Augsburg, Cod.I.3.2.III)Link 2,  Info-Seite,  

1468-1472  Furtmeyr-AT, Bd.2, Psalter-Maleachi, Regensburg (Uni Augsburg, Cod.I.3.2.IV)Link 2

15. Jh.  Berthold Furtmeyr: Übersicht nach Signaturen (Bayerische Staatsbibliothek Online)

English: Furtmeyr Bible. Between 1468 and 1472 the Old Testament was published in two volumes in German. This Bible was written by well-known artists at great expense and was accordingly precious and expensive. Berthold Furtmeyr (*1435/49, †1502; Wikipedia) from Regensburg (Bavaria) was a miniaturist of the 15th century. He worked very precisely and used a wide range of colors.

Mentelin-Handschrift 1466-1471

Sehr bedeutende deutsche Handschrift mit dem Text der gesamten Bibel. Abschrift von Teilen der 1466 von Johannes Mentelin in Straßburg gedruckten Bibel in westmittel-fränkischer Mundart mit etwas abgeänderter Schreibweise gegenüber der Druckversion. 

Faksimiles:

1466-1471  Abschrift der Mentelin-Bibel, westmittelfränkisch (Universitätsbibliothek Freiburg, Hs. 22a)

English: German Bible, Mentelin manuscript 1466-1471: Very important German manuscript with the text of the entire Bible. Copy of parts of the Bible printed in 1466 by Johannes Mentelin in Strasbourg in West Middle Franconian dialect with slightly different spelling compared to the printed version. 

Berliner Evangeliar 1470er

Diese Handschrift aus den 1470er Jahren enthält die Anmerkung: „Das neue Testament... nämlich die vier Evangelien nach dem alten griechischen Text verdeutscht“. Neben den Evangelien sind auch ein Passions-Bericht und das Nikodemus-Evangelium enthalten. Dieses altdeutsche Evangeliar in elsässischer Mundart ist hervorragend aus dem Griechischen ins Deutsche übertragen worden. 

Faksimiles:

1470er  Berliner Evangeliar, Elsaß (Staatsbibliothek zu Berlin, Ms. germ. qu. 167)

1470er  Berliner Evangeliar, Elsaß (Handschriftencensus)

English: Gospel of Berlin (Berliner Evangeliar) ca. 1470: This manuscript from the 1470s contains the Title: "The New Testament... namely the four gospels according to the old Greek text" ("Das new Testament... nemlich die vier Euangelisten nach dem alten griechischen Text verteütscht"). In addition to the Gospels, a Passion Report and the Gospel of Nicodemus are also included. This old German gospel in Alsatian dialect has been excellently translated from Greek into German. 

Salzburger Evangelistar 1475

Diese Handschrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (ca. 1475; 1450-1500) beinhaltet Predigten und übersetzt die Vulgata hervorragend. Der Text erinnert an ein Evangelistar aus dem 13./14. Jahrhundert. Auf Folio 133v befindet sich ein Vermerk zu Bernhard von Gottesgnaden (von Rohr), dem Bischof von Salzburg von 1466 bis 1481. 

Faksimiles:

1475  Salzburger Evangelistar, (Walters Art Museum MS. W.740)

1475  Salzburger Evangelistar (Stanford University Libraries)

1475  Salzburger Evangelistar (Handschriftencensus)

English: Evangeliary from Salzburg ca. 1475 (1450-1500). This manuscript from the second half of the 15th century contains sermons and translates the Vulgate excellently. The text is reminiscent of an evangelist from the 13th/14th century. Folio 133v contains a note on Bernhard von Gottesgnaden (von Rohr), the bishop of Salzburg from 1466 to 1481. 

Armenbibel, Biblia Pauperum

Da die Herstellung der Bibeln aufwendig (abschreiben) und teuer war, wurden im Mittelalter oft nur sogenannte Armen-Bibeln (lat. Biblia pauperum = Bibel für die Armen) hergestellt, die nur einige Szenen aus dem Alten und Neuen Testament mit Bildern und kurzem Text darstellten. Doch aus diese waren auch nicht immer preisgünstig, einige wurden sogar mit Blattgold geschmückt. Nur für die Reichen gab es auch ganze Bibeln. Die meisten Menschen hatten also nicht das Privileg, Gottes Wort daheim haben zu dürfen. Die Bayerische Staatsbibliothek hat einen reichen Bestand mit Faksimiles (vgl. auch Uni Heidelberg). Es werden einige Beispiele genannt:

1471  Biblia pauperum, Faksimile von 1906 (Archive)

1472  Biblia pauperum, Nürnberg: Hans Sporer (BSB-Katalog -> Xylogr. 25)

1472  Biblia pauperum, Nürnberg: Hans Sporer (World Digital Library, WDL)

1472  Biblia pauperum, Nürnberg: Hans Sporer (BSB-Katalog -> Xylogr. 26)

1472  Biblia pauperum, Nürnberg: Hans Sporer (BSB, Cim. 50 (= 2° Xylogr. 8))

1518  Biblia pauperum, Schweiz? (Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 59),    Link 2,   Link 3

15.Jh. Biblia pauperum, Infos über das Buch in der Bibliothek Konstanz, gedruckt 1867 (Google-Books)

15.Jh. Biblia pauperum, Apokalypse, fränkisch (Uni Heidelberg, Cod. Pal. germ. 34)

2004  Bibel der Armen, Helga Lengenfelder (UNi München, ISBN: 3-89219-405-X),   PDF

English: Biblia pauperum: Since the production of the Bibles was costly (to copy) and expensive, in the Middle Ages often only so-called poor Bibles (lat. Biblia pauperum = Bible for the poor) were produced, which represented only some scenes from the Old and New Testament with pictures and short text. But these were not always cheap, some were even decorated with gold leaf. Only for the rich there were whole Bibles. So most people did not have the privilege to have God's Word at home. The Bayerische Staatsbibliothek has a rich collection of facsimiles (see also University of Heidelberg). Some examples are given above.

Biblia, deutsch 16. Jahrhundert



 

 

 

 

 

 

 

 

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