Deutsche Bibeln seit 1600 bis 1899 und der Sabbat

In den bisherigen Kapiteln wurden die deutschen Handschriften, die vor-lutherischen Bibeln und die Bibeln seit Luther bis zum Jahr 1599 vorgestellt. Sehr viele davon sprachen von der Auferstehung Jesu "an einem Samstag" oder "an einem Sabbat". Daran hat sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nichts geändert. Allerdings wurde seit dem 17. Jahrhundert zunehmend der Sabbat durch den "ersten Tag der Woche" oder sogar durch den "Sonntag" (selten) ersetzt. Aber neue Bibeln kommen wieder zum Auferstehungs-Sabbat zurück (siehe Deutsche Drucke ab 1900).


Piscator-Bibel 1602/04

Obwohl Johannes Piscator (*1546, †1625) in lutherischen Verhältnissen aufwuchs, trat er zum Kalvinismus über. Seine reformierte Bibelübersetzung von 1602 (Herborner-Bibel; Faksimiles) war in Deutschland und Frankreich sehr umstritten. Von den Lutheranern wurde sie komplett verworfen und erlangte unter dem Spottnamen „Straf-mich-Gott-Bibel“ Bekanntheit. Piscator ersetzte den Sabbat ganz einfach durch den „ersten Tag der Woche“. Auch die Druckausgabe von 1755 radierte den Auferstehungs-Sabbat an allen Stellen aus. Der Spottname war daher berechtigt: 

Piscator-Bibel 1602, Auferstehung Jesus am Sabbat, Bibelzitate, Bibelverse
Die Piscator-Bibel von 1602 verschiebt den Tag der Auferstehung Jesu nach hinten

Polansdorf-NT 1603

Diese Übersetzung (Faksimiles) verursachte starke Empörung bei den Lutheranern, denn der Sinn der griechischen Grundtexte wurde in zahlreichen Versen entstellt. Polansdorf konnte im Grundtext weder eine/erste noch Sabbate/Wochen unterscheiden und hat auch nicht in Randnoten auf die wahre Aussage der Apostel hingewiesen. Stattdessen löschte er den Sabbat aus und verbreitete die unbiblische Sonntags-Auferstehung Jesu, worin sich Kalvinisten und Katholiken nicht unterschieden:

Polansdorf Neues Testament 1603, Auferstehung Jesu am Sabbat
Das Polansdorf-NT von 1603 verschiebt den Tag der Auferstehung Jesu nach hinten

Lubin-NT 1614

Ab 1605 arbeitete der Kartograph und Philosoph Eilhard Lubin (Eilhard Lubinus, *1565-†1621) in Rostock als Professor der Theologie. Im Jahr 1614 gab er eine griechisch-lateinisch-deutsche Version des NT heraus (Faksimiles). Diese Ausgabe war aber bedeutungslos, denn sie war im lateinischen Abschnitt ungenau. Zwar beinhaltete sie den griechischen Text mit relativ geringen Abweichungen, aber die lateinische Fassung stammte nicht mit der weit verbreiteten Vulgata des Hieronymus überein, sondern sie war eine neue unkorrekte und eigenwillige Übersetzung, die den Sabbat durch den „primo die hebdomadae“ (ersten Tag der Woche) ersetzt. Genau das stand in der Vulgata nicht drin. Es gab nicht zwei unterschiedliche Auferstehungs-Tage gleichzeitig, sondern nur einen. Luthers Vulgata-Revision 1529 war deutlich genauer, denn sie enthielt noch das lateinische "sabbati" und eben nicht das im gesamten NT unbiblische hebdomadae (Woche). Aber die deutsche Übersetzung ist besser, denn sie orientiert sich am griechischen Originaltext (und nicht an dem schlechten und fehlerhaften lateinischen Text) und erinnert an die Arbeiten von Luther. Die Frauen kamen eindeutig „früh an einem Sabbat-Morgen“ zum Grab, was die richtige Übersetzung des griechischen Originals bedeutet: 

Lubin Neues Testament 1614, Auferstehung Jesus am Sabbat, Bibel
Das Lubin-NT von 1614 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen

Rakauer-NT 1630

Diese Version (siehe Faksimiles) hat zwar an allen Stellen den „ersten Tag der Woche“ eingeführt, aber die Randnoten (RN) sind höchst interessant, denn darin steht, dass der griechische Grundtext in Wirklichkeit etwas anderes meint, nämlich „an einem Sabbat.“ Bereits 1606 hat der deutsche Theologe Valentin Schmalz in Rakau ein polnisch-sprachiges NT herausgegeben, in dem er an allen Stellen der Evangelien den „einen Sabbat“ oder den „ersten Sabbat“ in Polnisch erwähnt und auf das Wort "Woche" ganz verzichtet. Aber in der deutschen Ausgabe von 1630 sind diese Tatsachen nur noch in der Randnote vorhanden. Die Apostel waren sehr wohl in der Lage, sich klar und deutlich auszudrücken. Der Grundtext spricht von einem bzw. dem ersten (Mk 16,9) der sieben Sabbate bis Pfingsten und niemals von dem Sonntag; aber die Kirchenlehre wurde dem Wort Gottes vorgezogen, da sich die Christen von dem unbeliebten Sabbat distanzieren wollten. So gab es 2 Auferstehungs-Tage in nur einer Bibel:

Rakauer Neues Testament, Auferstehung Jesus am Sabbat, Bibel Übersetzung
Das Rakauer-NT von 1630 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Ulenberg-Bibel = Katholische Bibel 1630

Caspar Ulenberg (Casparum Ulenbergium *1549, †1617), ein katholischer Theologe aus evangelischem Hause, begann 1614 auf Veranlassung des Erzbischofs von Köln eine Revision der von Johannes Dietenberger gedruckten Bibel zu erstellen. Aber die Bibel von Dietenberger sollte nicht verdrängt werden, sondern die Übersetzungen von Emser, Dietenberger und Eck wurden weiterhin lokal verbreitet. Ulenberg beendete seine Arbeit kurz vor seinem Tod 1617. Während des Dreißigjährigen Krieges blieb das Manuskript unveröffentlicht und wurde erst 1630 in Köln durch Johan Kreps gedruckt (Faksimiles). Danach erfolgten viele Nachdrucke in verschiedenen Städten, z.B. 1703 in Köln. Die Ulenberg-Bibel war Bestandteil der 1710 erschienen Pentapla (das heißt: Fünfsprachigen; Faksimiles), einer Bibel, bei der fünf verschiedene Übersetzungen nebeneinander aufgelistet wurden. Darin wird der Bibeltext von Caspar Ulenberg als „Romisch-Catholisch“ bezeichnet und an erster Stelle gestellt, dem sich darunter der Luthertext anschließt. Der direkte Vergleich zwischen beiden zeigt aber deutlich, dass es an einigen Stellen (Mt 28,1; Mk 16,2; Apg 20,7) kaum Widersprüche gab und die Auferstehung Jesu „an einem Sabbat“ gewesen sein muss, aber in Lukas und Johannes wird von dem Tag danach gesprochen. Diese Widersprüche sind auch dadurch zu erklären, da Ulenberg nicht in der Lage war, zwischen mia (einem) und prote (ersten) im griechischen Urtext zu unterscheiden und außerdem sehr inkonsequent einmal vom „Tag nach dem Sabbat“ und ein anderes mal vom „ersten Tag der Woche“ sprach. So wird seine eigene Kirchen-Interpretation deutlich, in der das Wort Gottes verfälscht, denn es ging immer nur um einen Auferstehungstag und nicht um zwei, wo sich jeder einen beliebigen aussuchen kann:

Ulenberg-Bibel 1630, Auferstehung Jesus am Sabbat, Sonntag Auferstehungstag
Die Ulenberg-Bibel von 1630 zeigt die Auferstehung Jesu an zwei Tagen, Sabbat und Sonntag

Die Arbeit von Ulenberg diente als Grundlage für zahlreiche Nachdrucke (Faksimiles). Bereits 1662 erschienen in Mainz die „Catholische Mayntzische Bibel“. Zu den weiteren bekannten Veröffentlichungen gehörte das NT von 1703 aus Breslau (Schlesien; „Nach der neuen Maintzischen Edition von Wort zu Wort nachgedruckt“) und die 1734 in Straßburg gedruckte „Catholische Strassburger Bibel“ (Abk.: Cath-SB), die 1740 in Frankfurt gedruckte „Catholische Mayntzische Bibel“ und die 1763 in Nürnberg vom Deutschen Orden durch die Druckerei Fleischmann veröffentlichte „Catholische Bibel“ von 1742 und 1763. In all diesen offiziellen katholischen Bibeln gibt es zwar die angesprochenen Widersprüche, aber die Auferstehung Jesu und das Treffen der Gemeinde fanden in Mt 28,1; Mk 16,2 und Apg 20,7 „am ersten Sabbat-Tag“ statt. Das ist inhaltlich korrekt, da es tatsächlich der erste Sabbat-Tag der 7 Sabbat-Tage bis Pfingsten war. Der Text ist in allen diesen oben genannten Ausgaben gleich:

Catholische Mayntzische Bibel von 1622 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag
Die Catholische Mayntzische Bibel von 1622 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Felbinger-NT 1660

Der aus Schlesien stammende Jeremias Felbinger (*1616, †1690) hat das NT für die evangelischen Gemeinden direkt aus dem griechischen Grundtext übersetzt und ließ es 1660 in Amsterdam drucken (Faksimiles). Da Felbinger den Kalender Gottes nicht kannte, war für ihn die Aussage von Mt 28,1 unklar. Er sprach vom ersten Wochentag, hat jedoch in den Randnoten auf die korrekte wörtliche Übersetzung „einen der Sabbate“ hingewiesen. Ansonsten unterschied er nicht zwischen mia/prote (eine/erste) im Griechischen. Er erwähnt den „ersten der Sabbate“, auch wenn er diese Aussage mangels Kalender-Kenntnis nicht verstand, und an den ersten Wochentag dachte. Wenn er in Mk 16,9 die Worte „tage des“ nicht zur Bibel hinzugefügt hätte, so wäre die wörtliche Übersetzung des griechischen Grundtextes korrekt und einfach zu verstehen: „früh ersten Sabbats“, nämlich früh an dem ersten der 7 Sabbate bis Pfingsten: 

Felbinger Neues Testament 1660, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Felbinger-NT von 1660 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen

Bodmerisches-Zürcher NT 1665

Im Jahr 1665 wurde in Zürich eine Übersetzung aus den biblischen Grundsprachen gedruckt (Faksimiles), die sich von der Froschauer Bibel im Text unterschiedet. Diese Übersetzung ist widersprüchlich, da Matthäus und Lukas von einer Auferstehung „am ersten Wochentag“ sprechen, Markus und Johannes dieses Ereignis jedoch „am ersten Sabbat“ angeben. Besonders Mk 16,9 ist hervorragend übersetzt, da aber viele Christen den Kalender Gottes nicht kennen, können sie auch nicht wissen, dass damit der erste der 7 Sabbate bis Pfingsten gemeint war und niemals ein erster Wochentag. Die gleiche Zählung und Benennung der sieben Sabbate gibt es gemäß dem jüdischen Kalender bis heute. Im Jahr 1771 wurde ein leicht abgewandelter Text in der Bürgklischen Druckerei (Bürgklischer Truckerey) in Zürich veröffentlicht (Bürgklisches-Zürcher-NT). Die Auferstehung Jesu am Sabbat-Morgen blieb erhalten:

Bodmerisches Zürcher Neues Testament, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Bodmerisches-Zürcher-NT von 1665 zeigt die Auferstehung Jesu am ersten Sabbat

Biblia Latine et Germanice 1730

Johann Ströttner 1730 ließ in Augsburg eine lateinisch-deutsche Ausgabe für drucken. Auf dem Titelblatt wird betont, dass es sich um eine katholische Bibel handelt. Der deutsche Text erinnert an die Arbeiten von Ulenberg. Während der Text der Vulgata von dem Kommen der Frauen zum Grab „an einem Sabbat“ (una sabbati; Lk 24,1; Joh 20,1; Apg 20,7; 1Kor 16,2), „ersten Sabbats“ (prima sabbati; Mt 28,1b; Mk 16,9) und „einem Sabbat“ (una sabbatorum; Mk 16,2; Joh 20,19) spricht, so wurde zwar in Mt 28,1; Mk 16,2 und korrekt übersetzt, aber in Mk 16,9 wurde ohne Grund das Wort "Woche" zur Bibel hinzugefügt, was eindeutig falsch ist. Dies entspricht weder der Übersetzung aus dem griechischen noch aus dem lateinischen Text, da beide von der Auferstehung Jesu „an einem Sabbat“ sprechen, wie leicht nachgewiesen werden kann. In Lk 24,1 wurde sogar das Wort "nach" zur Bibel hinzugefügt, das niemals in der Vulgata stand. Um die Leser nicht zum Sabbat zu führen, wurde beim lateinischen Text der Vulgata zusätzlich die katastrophale Randnote „prima hebdomada, die Dominica“ (ersten der Woche, Tag des Herrn Sonntag) eingefügt. Wenn Hieronymus, der lateinische Übersetzer, den „ersten Tag der Woche“ (prima die hebdomada) und nicht den „einen Sabbat“ (una sabbati) gemeint hätte, dann hätte er es geschrieben. Er selbst hat die lateinische "Woche" im AT mehrfach erwähnt. Wenn aber „una sabbati“ angeblich „prima die hebdomada“ bedeuten soll, dann kann kein Mensch im Lateinischen jemals „an einem Sabbat“ sagen, da es dann immer „an einem Sonntag“ bedeuten müsste. Wer soll diese Logik verstehen? Da die Katholiken sich im Kalender Gottes nicht auskennen, können sie folglich auch nicht wissen, was der „erste Sabbat“ ist, der immerhin in Mt 28,1; Mk 16,2 und Apg 20,7 geblieben ist. Die Katholiken können nur die vier Advents-Sonntage zählen, aber nicht die sieben Sabbate bis Pfingsten. Jeder weiß, was der "erste Advent" ist, aber keiner weiß, was der §erste Sabbat" ist:

Biblia Latine et Germanice von 1730 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag
Die Biblia Latine et Germanice von 1730 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Junckherrott-NT 1732

Johann Jacob Junckherrott (*?, †etwa 1732) veröffentliche auf seine eigenen Kosten ein neues NT, welches in Offenbach gedruckt wurde (Faksimiles). Sein Ziel war es zwar, jedes griechische Wort nach Sinn und Wortstellung genau ins Deutsche zu übertragen (konkordante Übersetzung). Aber er war nicht immer konsequent und übersetzte das griechische mia (eine) als ersten, so dass statt „an einem der Sabbate“ nun „in dem ersten derer Sabbate“ heraus kam. Die Aussage in Mk 16,2 ist jedoch richtig. Diese Übersetzung war kaum bekannt, weil sie schwer verständlich war. Sie gelangte auch nicht in Buchhandlungen, da sie gleich nach Erscheinen eingezogen wurde. Wie jedoch korrekt vermerkt wurde, kamen die Frauen nicht „an einem Sonntag“, sondern „am ersten derer Sabbate“ (da es ja bei Passa mehrere gab) zum Grab. Es war der erste der 7 Sabbate bis Pfingsten:

Junckherrott Neues Testament 1732 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen
Das Junckherrott-NT von 1732 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen

Berleburger-Bibel 1735 und 1742

Johann Friedrich Haug (*1680; †1753) gab 1742 eine Bibel heraus, die sehr viele Erklärungen enthielt. Die Arbeiten begannen bereits 1726 und wurden 1742 abgeschlossen. Der erste Druck erfolgte in Berleburg (auch Berlenburg genannt). Die Frauen stehen laut Kommentar zu Mt 28,1 symbolisch für die Braut Christi, welche in der Finsternis (symbolisch für die gegenwärtige Welt) das Licht (Jesus) sucht und ihn dann auf einmal lebend erblickt, der sie dann als Braut aus der Finsternis befreit. Haug spricht hier korrekt davon, der "Abend" die ganze Nacht mit einschließt und dass die Auferstehung in der „Nacht des Sabbats“ stattfand, wörtlich: "die Auferstehung geschieht am Ende der Nacht des Sabbats" und nicht am Morgen des Sonntags. Wann ist das Ende der Nacht des Sabbats? Natürlich in der Mitte des Sabbats. Dies muss noch vor dem Hellwerden am gleichen Sabbat-Morgen gewesen sein, denn der Sabbat endet nicht um 24 Uhr (Mitternacht), sondern bereits nach Sonnenuntergang (18 Uhr). Da Haug aber lieber der Kirchenlehre, als seinen Erkenntnissen folgte, übersetzte er statt „am Sabbat-Morgen“ lieber als „am ersten Tag der Woche.“ Ab 1856 wurde in Stuttgart ein Nachdruck in 8 Bänden veröffentlicht, von dem die hier genannten Zitate stammen:

Berleburger Bibel 1735, Auferstehung Jesus am Sonntag Sabbat
Die Berleburger-Bibel von 1735 verschiebt den Tag der Auferstehung Jesu nach hinten

Saur-Bibel 1743

Der 1724 aus Heidelberg nach Pennsylvania in Amerika ausgewanderte Johann Christoph Sauer (Christopher Saur, Sower *1695, †1758) veröffentlichte 1743 in Germantown (Stadtteil von Philadelphia) die erste auf dem amerikanischen Kontinent hergestellte Bibel in einer europäischen Sprache (Info und Faksimiles). Als Textgrundlage diente die Original Lutherbibel (34. Ausgabe der Cansteinbibel 1743, Halle). Das bedeutet konkret: Die erste in ganz Amerika hergestellte Bibel in einer europäischen Sprache und die erste amerikanische aus dem Grundtext übersetzte und die erste auf amerikanischem Papier gedruckte Bibel zeigt die Auferstehung Jesu „an einem Sabbat“. Die Oster-Sonntag-Tradition noch nicht einmal erwähnt. Das ist die Botschaft, welche der gesamte amerikanische Kontinent zuerst erhalten hat, die Auferstehung Jesu "an einem Sabbat-Morgen":

Saur Bibel 1743, Auferstehung Jesus am Sabbat Morgen, erste Bibel Amerika
Die Saur-Bibel von 1743 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen

Heumann-NT 1748

Prof. Christoph August Heumann (*1681; †1764) war ein evangelisch-lutherischer Theologe, der 1748 Hannover eine zweibändige Ausgabe des NT veröffentlichte (Faksimiles). 1750 wurde eine zweite Auflage gedruckt und danach auch seine Erklärung des NT in 12 Bänden. Heumanns Übersetzung war ungenau, denn er hat im Gegensatz zu Luther die Wörter eine/erste und Sabbat/Woche entgegen dem biblischen Grundtext beliebig ausgetauscht und somit den Sinn der Schreiber der Bibel entstellt:

Heumann Neues Testament 1748, Auferstehung Jesus am Sabbat, "ersten Tag der Woche"
Das Heumann-NT von 1748 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Bengel-NT 1753

Johann Albrecht Bengel (*1687; †1752) war ein schwäbischer lutherischer Theologe und ein Hauptvertreter des deutschen Pietismus. Er brachte ein griechisches NT (Faksimiles) und eine deutsche Übersetzung (Faksimiles) heraus. Während der griechische Text von dem "einen Sabbat" und "ersten Sabbat" spricht, so hat Bengel das Wort "einen" durch "ersten" und den Sabbat durch die Woche ersetzt:

Johann Albrecht Bengel Neues Testament 1753 und 1781, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Bengel-NT von 1753 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Weitenauer-Bibel 1777

Ignaz Weitenauer (*1707, †1783), ein Jesuit und Professor der morgenländischen Sprachen, veröffentlichte 1777 und 1781 in Augsburg seine neue Übersetzung (Faksimiles). Der achte Band enthält die Evangelien, in denen er die Auferstehung auf einen Sonntag verschiebt, den er in der Fußnote zu Mk 16,2; Lk 24,1 und Joh 20,19 mit „am Ostersonntag“ benennt. Seine Versuche, den wahren Wortlaut des griechischen Grundtextes zu vertuschen, werden besonders in Mt 28,1 deutlich. Jeder Sabbat beginnt nämlich mit Sonnen-Untergang und endet wieder nach Sonnen-Untergang. Weitenauer verwechselt den Samstag mit dem Sabbat und schreibt: „Als die Nacht des Sabbats vorbei war und der Sonntag anbrechen wollte“. Das ist völlig unmöglich, denn wenn die Nacht des Sabbats vorbei ist,, dann beginnt niemals der Sonntag, sondern dann ist erst der halbe Sabbat vorbei und der Lichttag des Sabbats beginnt gerade. Der Sonntag-Morgen folgt also erst 24 Stunden nachdem die „Nacht des Sabbats vorbei war“ (siehe Sabbat). Also muss die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen erfolgt sein und nicht am Sonntag-Morgen. In Mk 16,9 fügt Weitenauer das Wort "nach" zur Bibel hinzu, da er nicht wollte, dass die Christen erfahren, dass Jesus den Frauen „am ersten Sabbat“ der 7 Sabbate bis Pfingsten erschienen war:

Weitenauer Bibel 1777, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Weitenauer-Bibel von 1777 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Katholische Prager Bibel 1781

Diese katholische Bibel wurde in Prag gedruckt (Faksimiles). Interessant ist, dass hier die Auferstehung Jesu an zwei verschieden Tagen stattfand. Matthäus und Markus sprechen  „an einem Tag der Sabbate“ und am „ersten der Sabbate“, also dem ersten der 7 Sabbate bis Pfingsten. Lukas spricht dagegen vom „ersten Tag nach dem Sabbat“ und Johannes vom „ersten Tage der Woche“. Diese Widersprüche in der katholischen Bibel sind nur schwer zu erklären, denn sowohl der griechische Urtext als auch die lateinische Vulgata sind eindeutig und die Apostel widersprechen sich nicht. Die Gemeinde-Versammlung mit dem Brotbrechen fand korrekt „an einem Sabbat“ statt und nicht „an einem Sonntag“, wie es sich viele Theologen wünschen. Es ist zu beachten, dass in Apg 20,7 im griechischen Grundtext und in der Vulgata genau die gleichen Wörter wie bei Mk 16,2; Lk 24,1 und Joh 20,1. Somit wird wird klar, dass hier die katholische Lehren in die Bibel eingearbeitet werden sollten, da das NT nur vom Sabbat spricht:

Katholische Prager Bibel 1781, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die katholische Prager Bibel von 1781 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Rosalino-Bibel 1781

Der aus Österreich stammende katholische Theologe Franz von Paula Rosalino (*1736; †1793) wurde bekannt durch seine in mehreren Auflagen erschienene Bibel-Übersetzung (Faksimiles). Diese vom katholischen Kardinal von Migazzi genehmigte und in Wien gedruckte Ausgabe behauptet genau übersetzt zu sein, enthält im Zusammenhang mit dem Tag der Auferstehung Jesu jedoch gravierende Fehler. Rosalino unterscheidet weder zwischen eine und erste noch zwischen Sabbat und Woche und verwendet für die gleiche Urtext-Grundlage mehrere Redewendungen: „am ersten Tag der Sabbate“ (Mk 16,2), „am Tag nach dem Sabbat“ (Lk 24,1) oder „am ersten Tag der Woche.“ So entstehen Widersprüche. Jedem muss doch klar werden, dass hier etwas nicht stimmen kann. Im Vorwort zu Joh 20,1 schreibt er gar, dass Maria „am Sonntage früh das Grab besucht“, obwohl der griechische und der lateinische Text (Vulgata) nur von einem Kommen der Frauen zum Grab „an einem Sabbat-Morgen“ berichten:

Rosalino Bibel 1781, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Rosalino-Bibel von 1781 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Bretano-Bibel 1790

Dominikus von Brentano (=Dominik Anton Cajetan Brentano, *1740; †1797) war ein Pfarrer, der von der österreichischen Kaiserin Maria Theresia (*1717; †1780) in den Adelsstand erhoben wurde. Im Jahr 1787 war er Mitbegründer der ersten Freimaurerloge „Zur aufgehenden Sonne“ in Kempten (Allgäu). Ab 1790-91 übersetzte er die Bibel aus den Ursprachen ins Deutsche (Faksimiles). Zur Stützung der Freimaurer- und Kirchen-Lehre, fügte er im Auferstehungs-Kapitel die Wörter "nach", "erster", "Tag" und "Woche" zur Bibel hinzu. Geradezu katastrophal sind seine Fußnoten zu Apg 20,7 und 1Kor 16,2. Der griechische Grundtext und die lateinische Vulgata sprechen an diesen Stellen eindeutig von einem Ereignis „an einem Sabbat“, wie sehr leicht nachzuweisen ist. Millionen katholische Bibeln wurden vor Bretano gedruckt, welche in Apg 20,7 und 1Kor 16,2 den Sabbat erwähnen. Die vielen deutschen Bibel-Handschriften, die alle von katholischen Autoritäten erstellt wurden, zeigen die Auferstehung Jesu "an einem Samstag-Morgen" oder "an einem Sabbat-Morgen". Bretanos Ersetzung hat nur ein Ziel: Alle Christen in Richtung des Tages des Sonnengottes (Sonntag) zu leiten und zu verschweigen, dass sich die ersten Christen in Wirklichkeit „an einem Sabbat“ trafen:

Bretano Bibel 1790, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Bretano-Bibel verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Van-Ess-Bibel 1807 und 1840

Das wohl erste katholische NT, welches allein aus dem griechischen Grundtext übertragen wurde, erschien 1807 durch Arbeiten der beiden Benediktiner Leander van Ess (*1772, †1847) und seinem Vetter Carl. 1840 kam die Vollbibel (Faksimiles) heraus. Sie war jedoch, im Gegensatz zur Allioli-Bibel 1830 (s.u.), bei katholischen Autoritäten nicht beliebt. Entsprechend der Kirchen-Lehre wurde der Auferstehungs-Sabbat aus der Bibel entfernt und durch den „ersten Tag nach dem Sabbat“ ersetzt. Die katholischen Handschriften sprachen dagegen von "einem Samstag-Morgen", an dem die Frauen zum Grab kamen und nicht vom Tag danach:

Van-Ess-Bibel 1807, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Van-Ess-Bibel von 1807 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Giel-NT 1815

Im Verlag Jakob Giel (München) wurde 1815 und 1818 ein katholisches NT gedruckt, welches den Sabbat vollkommen aus dem Auferstehungs-Kapitel entfernte (Faksimiles). In Mt 28,1a ist vom „Ende der Ruhetage“ (im Plural) die Rede, obwohl es nach dem Karfreitag ja nur einen einzigen Ruhetag (Sabbat) geben kann. Diese Bibel hat nicht zwischen eine/erste im griechischen und lateinischen Text unterschieden und spricht mal vom unbiblischen „ersten Wochentage“ und mal vom „ersten Tag nach dem Sabbat“. Die katholischen Christen wurden so der wahren Aussage betrogen, da noch nicht einmal in einer Rand- oder Fußnote auf die wörtliche Aussage der griechischen Grundtexte oder der Vulgata hingewiesen wurde:

Giel Neues Testament 1815, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Giel-NT von 1815 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Meyer-Bibel 1829

Heinrich August Wilhelm Meyer (*1800, †1873) war ein Protestant, der in Göttingen ein weiteres NT heraus gab (Faksimiles). Diese Bibel beinhaltete sowohl den griechischen Grundtext als auch die deutsche Übersetzung darunter. Im Gegensatz zu Luther veränderte Mayer den Auferstehungstag. Aber in seinem griechischen Text steht immer noch die Auferstehung Jesu "an einem der Sabbate" beim Passa-Fest, da es in der Passa-Woche immer 3 Sabbate gibt und früh des "ersten Sabbats" der 7 Sabbate bis Pfingsten. Zwei Sprachen und zwei sich widersprechende Aussagen in einer Bibel:

Meyer Bibel 1892, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Mayer-Bibel von 1829 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Allioli-Bibel 1830

Joseph Franz Allioli (*1793, †1873), war ein katholischer Theologe, der  Dank Zustimmung des Bischofs von Augsburg und des Papstes ab 1830-1834 eine offizielle Kirchen-Bibel in 6 Bänden herausgab (Faksimiles). Sie wurde zur beliebtesten und am meisten verbreitete katholischen Bibel im deutschsprachigen Raum und wurde erst sehr spät von der heutigen Einheitsübersetzung abgelöst. Revidiert wurde sie 1899 von Augustin Arndt sowie 1965 von Eleonore Beck und Gabriele Miller. Allioli hat den Auferstehungs-Sabbat aus der Bibel entfernt, weil die Kirche es so wollte: 

Allioli-Bibel 1830, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Allioli-Bibel von 1830 verschiebt die Auferstehung Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

In einer 1838 in Augsburg gedruckten Ausgabe (Band 5) bemerkt Allioli in einer Fußnote zu Mt 28,1:

„wörtlich: spät an dem Sabbate aber, da der erste Tag des Sabbats anbrach. Das Wort Sabbat bezeichnete bei den Juden nicht nur den siebten Tag der Woche, sondern auch die Woche selbst.“

Allioli gibt hier also zu, dass es sich hier eigentlich wörtlich um einen Sabbat handelt, behauptet aber, dass bei den Juden Sabbat auch Woche meinen solle, was absolut falsch ist. Die Juden unterschieden immer und bis heute zwischen dem Sabbat und dem "Siebener" (Woche) in der hebräischen und griechischen Sprache (siehe Definition: Woche). Es war bei den Juden niemals so und auch bei keinem anderen Volk der Welt, außer in der Meinung der Jesuiten und einiger katholischer und evangelischer Bibel-Übersetzer, weil sie sich einen Sonntags-Gottesdienst wünschen. Daher haben sie sich neue und bis dahin unbekannte Theorien ausgedacht, um die Christen zu täuschen und den Sabbat aus der Bibel auszuradieren. Wie bereits in vielen lateinischen und deutschen Handschriften und gedruckten Bibeln der früheren Jahre nachgewiesen wurde, so stand die Auferstehung Jesu „an einem Samstag-/Sabbat-Morgen“ schon seit Jahrhunderten in vielen katholischen Bibeln drin. Allioli verschweigt in Apg 20,7 nicht nur den Sabbat, sondern er fügt in einer Fußnote auch noch eine weitere unkorrekte Aussage hinzu: „wie die Juden am Sabbate, hielten die Christen am Sonntage ihre religiösen Zusammenkünfte.“ Diese beiden falschen Behauptungen der Theologen sind bis heute in der Meinung vieler Christen erhalten geblieben.


Historische Volks-Bilderbibel für katholische Christen 1839

Aloys A. Waibel (*1787, †1852), ein Priester aus dem Orden des heiligen Franziskus (Franziskaner-Orden), brachte 1839 eine sehr verwirrende Bibel in Grätz heraus („Historische Volks Bilderbibel für katholische Christen“, Faksimiles). Es war keine reine Bibel-Übersetzung, sondern die 4 Evangelien wurden in einem geschichtlichen Zusammenhang als ein Evangelium geschrieben. Obwohl Waibel eindeutig zugibt, dass der griechische Urtext immer von "einem Sabbat" spricht, interpretiert er den wahren Sinn der Apostel um, und meint in der Fußnote, dass der Sabbat auch Woche bedeutet, obwohl der Sabbat seit tausenden von Jahren ein klar definierter Begriff ist und biblisch immer nur den letzten Tag der Woche von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang meint. In Apg 20,7 lässt Waibel den Sabbat ganz heraus und erwähnt dann in der Fußnote die unlogische Redewendung: „der erste Sonntag der Woche“. Aber wer den griechischen Grundtext und die lateinische Übersetzung kennt, der weiß ganz genau, dass an keiner dieser unten genannten Stellen die entsprechenden griechischen oder lateinischen Wörter für Woche und Sonntag verwendet wurden und es sich immer nur um „einen der Sabbate“ oder „dem ersten Sabbat“ (Mk 16,9) gehandelt hat. Waibel ist weder in der Lage "einen" vom "ersten" zu unterscheiden noch will er verstehen, dass die Evangelisten ausdrücklich nicht von der Woche oder dem Sonntag, sondern von "einem Sabbat" sprachen. Es ist nicht logisch, warum sie 7 mal den Sabbat erwähnen wenn sie in Wirklichkeit die Woche und den Sonntag meinen sollten, denn dafür gab es entsprechende griechische und lateinische Wörter schon lange bevor es die deutsche Sprache überhaupt gab. Die Fußnoten sind katastrophal und zeigen wie mit aller Macht versucht wird, den Sabbat aus der Bibel zu entfernen:

Historische Volks-Bilderbibel für katholische Christen 1839, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Historische Volks-Bilderbibel für katholische Christen 1839 zeigt die Sabbat- und Sonntags-Auferstehung Jesu

Johann Silbert Evangelien 1840

Johann Peter Silbert (*1777; †1844; Faksimiles) hat die lateinische Vulgata ins Deutsche übersetzt. Aber seine Arbeit offenbart gravierende Differenzen, denn er gibt zwei verschiedene Auferstehungstage an. Mt 28,1 ist schwer verständlich, denn "nach" ist nicht Teil des griechischen NT und der hebräische Abend dauert bis zum Morgen (s. Tag) und Mt 28,1b spricht vom "ersten Sabbattag" (statt "einem"). Aber Mk 16,2 und Mk 16,9 wurden sehr gut übersetzt. Es geht also um "einen der Sabbattage" und den "ersten Sabbat", den ersten der 7 Sabbate bis Pfingsten. Das versteht jeder, der den Kalender Gottes kennt. Aber an den nachfolgenden Bibelstellen wurde einfach das Wort "nach" hinzugefügt, welches noch niemals im griechischen Grundtext stand. Somit hat Johann Silbert zwei Auferstehungstage, wo sich jeder einen aussuchen kann, je nachdem, welches Evangelium er ließt:

Johann Silbert Evangelien Bibel Sabbat Auferstehung
Die Silbert Evangelien 1840 zeigen die Auferstehung Jesu an einem Sabbat und am Tag nach dem Sabbat

Liscos Bibelwerk 1844

Friedrich Gustav Lisco (*1791, †1866) war ein protestantischer Theologe, der an den Universitäten in Frankfurt (Oder) und Berlin studierte. Ab 1814 arbeitete er als Prediger in Berlin. Er gab keine eigene Übersetzung heraus, sondern ließ den Text von Martin Luther drucken (Faksimiles). Aber in den Fußnoten verdrehte er den Text von Luther auf dramatische Weise. Die Redewendung „Am Abend aber des Sabbats“ in Mt 28,1a wird von Lisco uminterpretiert in: „eigentlich: nach dem Sabbat“. Das ist unlogisch, denn „an einem Abend des Sabbats“ bedeutet in keiner Sprache der Welt „nach dem Sabbat.“ Es kann nur das eine oder das andere geben. Interessant ist auch die Text-Verdrehung in der Fußnote zu Mk 16,2: „an einem Sabbather eigentlich am ersten (Tage) der Woche, am Sonntage in aller Frühe.“ In keiner Sprache der Welt bedeutet „an einem Sabbat“ nun „an einem Sonntag.“ Hier der Vergleich des Originals von Luther im Johannes-Evangelium mit der Interpretation Liscos: 

Liscos Bibelwerk 1844, Auferstehung Jesus am Sabbat
Liscos Bibelwek von 1844 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat und einem Sonntag

Hier wird sehr deutlich, wie wenig Lisco Gott geliebt hat. Die Worte Luthers kann jedes Kind verstehen. Kein Mensch kann plausibel erklären, warum Gott im griechischen Grundtext immer von „an einem Sabbat“ oder „an einem der Sabbate“ spricht, wenn er in Wirklichkeit „nicht an einem Sabbat“, sondern „an einem ersten Tag der Woche“ oder „nach dem Sabbat“ oder „an einem Sonntag“ meinen sollte? Wie hätte es denn Gott ausdrücken müssen, wenn er wirklich „an einem der Sabbate“ beim Passafest oder „früh ersten Sabbats“ der 7 Sabbate bis Pfingsten meinte (Mk 16,9)? Dazu hätte er die gleichen alt-griechischen Wörter verwenden müssen, die von den Evangelisten 7-mal im NT verwendet wurden. Wenn Gott den Sonntag gemeint hätte, dann wäre er in der Lage sich klar und deutlich auszudrücken. Martin Luther sagte „das Wort sie sollen lassen stahn“ und Lisco hätte die Luther-Übersetzung besser so gelassen, wie sie war. Seine Arbeiten sind peinlich.


Elberfelder Bibel ab 1854/55/1871 und 2006

Julius Anton von Poseck begann ab 1851 mit den Vorarbeiten und erstellte in Zusammenarbeit mit John Nelson Darby und Carl Brockhaus eine eigenständige Bibelübersetzung. im Jahr 1854/55 erschien das NT und 1871 die komplette Bibel (weitere  Revisionen: 1960, 1975 NT, 1985, 2000, 2003, 2006; Faksimiles). Den Namen erhielt die Bibel nach dem Druckort Elberfeld. Die Elberfelder Übersetzung ist die bis heute am weitesten verbreitete Bibel der Brüder-Gemeinden. Auch die Siebenten-Tags-Adventisten benutzen diese Übersetzung gerne. Sie gilt als einer der besten, aber es gibt nur eine Ausnahme, nämlich ausgerechnet da, wenn es um den Tag der Auferstehung Jesu Christi geht. Die neue Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel 2000/06 ist ein großer Schatz für einen jeden Bibelleser. Neben der sehr genauen Übersetzung befindet sich über fast jedem Wort eine Zahl mit der im Anhang befindlichen entsprechenden Erklärung der griechischen Bedeutung und Verwendung. Obwohl diese Studienbibel selbst für viele der unbedeutendsten Worte (insgesamt fast 6.000 Begriffe) einen Sprachschlüssel hat, gibt es ausgerechnet an den 9 Stellen, die vom Tag der Auferstehung Jesu und der Versammlung der ersten Christen sprechen, gar keinen Eintrag bei fünf sehr wichtigen Wörtern (Sabbat, ersten, Tag, Woche, Wochentag). An 6 Stellen (Mt 28,1; Mk 16,2; Lk 24,1; Joh 20,1.19; 1Kor 16,2) wird der Ausdruck „ersten Wochentag“ einfach so verwendet, doch es gibt weder bei "ersten" noch bei "Wochentag" einen entsprechenden Zahlenwert hinter dem jeweiligen Wort und somit auch keine Erklärung. Warum? Damit wird zugegeben, dass eben diese deutsche Ausdrucksweise im Grundtext gar nicht existiert und von den Übersetzern frei erfunden wurde, weil im griechischen Grundtext tatsächlich von „einem Sabbattage“ die Rede ist (siehe Interlinear). Nur bei Mk 16,2 gibt es einen Sprachschlüssel, aber auch nur bei dem Wort "ersten", weil hier im Grundtext ja auch tatsächlich "ersten" (griechisch: prote) steht. In Apg 20,7 wird vom „ersten Tag der Woche“ gesprochen und keines dieser drei Wörter besitzt einen zugehörigen Sprachschlüssel. Das ist verständlich, weil eben keines dieser Wörter im griechischen Grundtext vorkommt. Das muss doch schockierend für alle Brüder-Gemeinden sein. Wie lange werden die Menschen es noch wagen, Gottes Wort zu verdrehen und die Christen zu verführen, um einen anderen Sonntags-Jesus zu dienen? Sie halten die Feiertage derer, die Jesus getötet haben, aber den Tag Jesu (Sabbat) machen sie zu einem Rüsttag zum Sonntag. Es ist sehr zu bedauern, dass die sonst so exzellente Elberfelder Studienbibel an diesen 9 Bibelstellen die Leser bewusst täuscht, indem sie den wahren biblischen Sinn verheimlicht. Der griechische Grundtext spricht immer nur von einer Auferstehung Jesu „an einem Sabbat-Morgen“ und hat gar nichts mit dem Begriff "Woche" zu tun. Die Evangelisten waren keine Deppen, sie wussten was sie schrieben und was eben nicht. Das Wort "Woche" hatte jeder von ihnen in der griechischen Sprache gekannt, denn es steht in der Septuaginta, der Übersetzung des AT. Josephus Flavius, der zur gleichen Zeit und im gleichen Raum wie die Evangelisten lebte, verwendet das Wort "Woche" ebenfalls in allen grammatikalischen Formen (siehe Definition). Aber wenn die Evangelisten den Sabbat meinen, dann müssen sie den Sabbat 7-mal im Auferstehungs-Kapitel klar mit namen benennen, damit wir nicht streiten. Anbei der Text der neuesten Ausgabe (und die Abweichung von 1855 in Mt 28,1):

Elberfelder Bibel 1854, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Elberfelder-Bibel ab 1854 verschiebt den Auferstehungstag Jesu vom Sabbat auf den Sonntag

Sehr interessant ist die Elberfelder Bibel CSV 2005, Edition CSV (Christliche Schriften-Verbreitung, Hückeswagen). Sie enthält den Text der Elberfelder Bibel und die integrierten Strong-Nummern (vgl. Interlineartext). Gerade hier kommt die Manipulation bei der Übersetzung deutlich zum Vorschein, denn der Vergleich mit den Strong-Nummern belegt, dass für mehrere klar definierte griechische Wörter nur am Auferstehungstag plötzlich und ohne Grund neue Bedeutungen erfunden wurden:

Elberfelder Studienbibel CSV 2005, Auferstehung Jesus am Sabbat
Die Elberfelder Bibel CSV von 2005 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und Sonntag

Wenn sich die Übersetzer an die eigenen Definitionen halten würden, so wäre allen Menschen klar, dass Jesus „an einem Sabbattag“ auferstanden war und dass sich die Jünger „an einem Sabbattag“ trafen. Aber das wollen viele Pastoren verheimlichen. Deswegen wurden viele Christen aus den Brüder-Gemeinden um das Recht einer korrekten Übersetzung beraubt. Dabei sprechen die vielen alten deutschen katholischen Bibeln von der Auferstehung Jesu "an einem Samstag-Morgen", wie einfach nachgewiesen werden kann (siehe Link). Auch die Brüder-Gemeinden haben den Sonnengott-Tag (Sonntag) angenommen. Sogar die Siebenten-Tags Adventisten lehren die unbiblische Auferstehung Jesu „an einem Sonntag“, womit sie diesem Tag eine besondere Bedeutung geben, auch wenn sie den Sabbat halten.

Hinweis: Die Elberfelder Bibel wird auch von den Adventisten gerne verwendet. Da die ersten Ausgaben der Elberfelder Bibel den Namen Jehova enthielten, wurden sie anfangs auch von den Zeugen Jehovas verwendet, bis sie ab 1950 udn 1963 (siehe dazu die Neue Welt Übersetzung 1963) ihre eigene Bibel aus den USA hatten. In der Ausgabe von 1871 steht unter Mt 1:22 sogar die folgende falsche Fußnote:

"Herr ohne Artikel bezeichnet hier und an mehreren anderen Stellen den Namen Jehova".

Das ist eindeutig falsch, denn im NT wird dieser Name im griechischen Grundtext nicht verwendet, es ist reines Wunschdenken der Zeugen Jehovas. In Bezug auf den angeblichen Auferstehungs-Sonntag sind sich die Adventisten und die Zeugen Jehovas einig, beide Religionsgemeinschaften haben den Sabbat an mehreren Stellen aus der Bibel ausradiert und verleugnen das Zeichen des Messias "3 Tage und 3 Nächte", das wichtigste Zeichen in der Geschichte des Universums.


Zürcher Bibel 1860


Hofmann-NT = Breslauer NT 1867

Johann Gottfried Hofmann (*1804; †1879; Faksimiles) war Christ und übersetzte nach seiner Arbeit als Maschinenbauer abends das NT, welches in Schlesien (Breslau) hergestellt wurde. Beim Verlag Forgotten Books ist 2018 ein erneuter Nachdruck hergestellt worden, welcher im Buchhandel erworben werden kann. Darin können alle Christen die widersprüchliche Aussagen Hofmann's sehen, denn nach dem Johannes-Evangelium ist Jesus "an einem Sabbat" auferstanden, während die anderen Schreiber vom "ersten Wochentage" berichten. Nein, die Bibel widerspricht sich nicht, denn im griechischen Grundtext gibt es auch an den anderen Stellen die gleiche Aussage und nur die Übersetzung in Joh 20,1.19 ist korrekt und einfach zu verstehen. An den anderen Stellen steht das, was die Theologen gerne hätten, den Sonntag:

Hofmann Neues Testament 1867, Breslauer NT, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Breslauer NT von 1867 zeigt die Auferstehung Jesu am Sabbat und am Sonntag

Revidierte Luther-Bibel 1865-1892


Paulsen-NT 1885

Der plattdeutsch sprechende lutherische Prediger Johannes Paulsen (*1847, †1916) hat 1885 im 400. Geburtsjahr Bugenhagens die letzte Druckausgabe der niederdeutschen Bugenhagen-Bibel (Lübecker-Bibel 1533) herausgegeben (Faksimiles). Zwar hat sich nach mehreren Jahrhunderten die niederdeutsche Aussprache verändert, der Auferstehungs-Sabbat ist aber weiterhin erhalten geblieben. Nur in Apg 20,7 ist der Sonntag eingeführt worden, weil nicht gewollt war, dass sich Christen heute an einem Sabbat treffen und sich nicht am Beispiel der ersten Christen orientieren:

Paulsen Neues Testament 1885, Auferstehung Jesus am Sabbat
Das Paulsen-NT von 1885 zeigt die Auferstehung Jesu an einem Sabbat-Morgen

Fazit

Wie deutlich gezeigt werden konnte, so sind viele deutschsprachige Bibeln von ihren Anfängen bis 1899 sehr genau in der Verbreitung des wahren Tages der Auferstehung Jesu. Es gab über all die Jahrhunderte hindurch zu jeder Zeit (also: IMMER) deutschsprachige Bibeln, die von der Auferstehung Jesu „an einem Sabbat“ berichtet haben. Hierbei hat die Original-Luther-Übersetzung bis zu ihrer Revidierung bzw. Verfälschung um das Jahr 1900 eine besondere Rolle gespielt. Auch im 21. Jahrhundert kamen hervorragende deutsche Bibeln heraus, aus welchen die Auferstehung Jesu Christi an einem Sabbat-Morgen in aller Deutlichkeit hervorgeht (siehe Deutsche Drucke 4). 

 

 

 




„...und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis;

deckt sie vielmehr auf“

(Eph 5,11)